Sporthalle: 300 Flüchtlinge ziehen ins Schulzentrum Süd

Sporthalle: 300 Flüchtlinge ziehen ins Schulzentrum Süd

Die Halle auf Küllenhahn wird kurzfristig als Notunterkunft hergerichtet.

Wuppertal. Kurzfristig ist es immer, wenn die Städte für das Land in die Bresche springen müssen. Diesmal war es nach Angaben von Sozialdezernent Stefan Kühn allerdings sehr kurzfristig. So sehr, dass schon am Montag die Belegung der Sporthalle des Schulzentrums Süd auf Küllenhahn mit Flüchtlingen beginnt.

Die Ursache hat traurige Berühmtheit. Kühn verweist auf die Bilder, die von Ungarn aus um die Welt gehen. Tausende von Menschen suchen Schutz und Hilfe in Deutschland. Was sie in diesen Tagen in Ungarn erleben, hat nicht nur laut Kühn mit menschenwürdigem Handeln von Behörden wenig zu tun.

Das soll in Wuppertal anders sein. Deshalb sind alle Beteiligten bereits seit geraumer Zeit im Gespräch miteinander. „Dass wir Sporthallen auf ihre Tauglichkeit für die Unterbringung von Flüchtlingen hin untersuchen, war ja bekannt. Dass es nun so schnell gehen muss, hat uns überrascht. Es trifft uns aber nicht unvorbereitet“, sagte der Sozialdezernent.

In der Nacht zu Montag wurde die Turnhalle des Schulzentrums für die Aufnahme von 300 Menschen hergerichtet. Diese Zahl ist der Stadt von der Bezirksregierung mitgeteilt worden. „Alle sind informiert. Wir haben mit der Feuerwehr gesprochen, mit dem Gesundheitsamt, dem Stadtsportbund und selbstverständlich mit der Schule“, sagt Kühn.

Dort stößt die Stadtverwaltung auf Verständnis. „Elternschaft und Schulpflegschaft haben sofort gesagt, dass in so einem Fall die humanitäre Hilfe Vorrang hat“, sagt der Leiter des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, Karl Schröder. „Die Menschen, die jetzt nach Wuppertal kommen, brauchen doch ein Dach über dem Kopf.“

Dass die insgesamt 2300 Schüler des Gymnasiums und der Friedrich-Bayer-Realschule dafür auf Sportunterricht verzichten müssen, nehmen auch die Schüler in Kauf.

Ziel der Stadtverwaltung ist es laut Stefan Kühn, diese Zeitspanne so kurz wie möglich zu halten. Die beteiligen Behörden seien bereits auf der Suche nach einer Alternative zur Sporthalle der Schulen: „Vielleicht können wir am Montag schon etwas dazu sagen.“

Bei der Sporthalle handelt es sich wie beim Wohnheim an der Yorckstraße um eine Notunterkunft, nicht um eine Erstaufnahmestelle des Landes. „Die Bezirksregierung sagt, dass diese Unterkünfte etwa ein halbes Jahr benötigt werden“, sagt Kühn. Das Schulzentrum wird aller Voraussicht nach aber nur wenige Wochen auf seine Sporthalle verzichten müssen.

Mal eben 300 Betten aufgebaut.

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