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Spielplatz Hundsbusch: Wuppertaler setzen sich für mehr Sauberkeit ein

Gemeinde St. Antonius ruft zu mehr Sauberkeit auf : Spielplatz Hundsbusch: Anwohner packen mit an

Gemeinde St. Antonius ruft zu mehr Sauberkeit auf.

Eigentlich ist der Kinderspielplatz Hundsbusch/ Jakob-Kaiser-Weg ein Schmuckstück: Sandkasten, Piratenschiff, Holzturm, Hängebrücke, Rutsche für die Kleinen und Bänke und Wiesen für die Erwachsenen. Doch der Schein trügt: Der Sand ist verdreckt und durch Hundekot „kontaminiert“, Hängebrücke und Holzturm sind gesperrt, ebenso die Röhrenrutsche aus Metall. Schaukel, Basketballkorb und Drehscheibe sind nicht mehr vorhanden. Lediglich das Piratenschiff wurde durch eine 4000-Euro-Spende der Bezirksvertretung saniert.

Grund genug für die St.-Antonius-Gemeinde im Rahmen ihres Ehrenamtsprojektes und die Interessengemeinschaft Jakob-Kaiser-Weg, beide vertreten durch Andreas Romano, zu Mithilfe aufzurufen, vor allem um den Spielplatz zu säubern. Am Samstag trafen sich Eltern, Kinder, Bezirksvertreter und Anwohner zu einem Gespräch, das höchst temperamentvoll verlief. Dass den offenkundigen Missständen an den Spielgeräten abgeholfen werden kann, erklärte Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert: „Es stehen 65 000 Euro für die Sanierung zur Verfügung. Die Ausschreibung ist erfolgt, und wir hoffen, dass in der ersten Hälfte 2021 alles wieder in Ordnung ist.“

Ebert: Auch die Eltern
müssen auf Sauberkeit achten

Doch die Wünsche der Anwohner gehen über die Sanierung hinaus. Und das betrifft nicht durch die Störung durch Spielplatzlärm. „Sollen die Kinder jetzt leise spielen?“, fragte Andreas Romano ein wenig provokant, was von allen Anwesenden verneint wurde. Aber es wurde angeregt, etwa die Rutschröhre nicht aus Metall, sondern aus einem leiseren Material anzufertigen. „Die Hängebrücke könnte auch, wie im Zoo aus Seilen bestehen, die weniger Lärm verursachen als die Holztritte“, lautete ein weiterer Vorschlag. Eine klare Absage wurde dem erneuten Aufstellen einer Drehscheibe erteilt.

Ernsthafte Sorgen bereitet den Anwohnern die Zweckentfremdung des Spielplatzes in den Abendstunden. „Dann halten sich dort Jugendliche auf, trinken Alkohol und rauchen wohl auch auf dem Spielplatz“, klagt eine Nachbarin, die ihren Namen nicht nennen möchte, weil sie ansonsten Repressalien der Jugendlichen befürchtet. Auch Spritzen hätten auf dem Areal schon herumgelegen.

Andreas Romano sieht ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Da wäre es nützlich, wenn Sozialarbeiter und Streetworker mal mit den Jugendlichen reden und etwas über deren Gründe erfahren.“

Was allerdings die Sauberkeit auf dem Spielplatz angeht, da waren sich Bezirksbürgermeisterin Gabriela Ebert wie auch der Stadtverordnete Erhard Buntrock weitgehend einig: „Da sollten auch die Eltern mal selbst Hand anlegen. Man kann nicht alles der Stadt überlassen.“

Die zeigten sich da nicht abgeneigt, sind jedoch ratlos, was die Verunreinigung durch Hundekot und rücksichtlose Hundehalter angeht. „Da hören wir vom Ordnungsamt nur, dass hier nur bei Ertappen auf frischer Tat eingeschritten werden kann.“ fwb