1. NRW
  2. Wuppertal

Sperrung der Ehrenhainstraße stellt Friedhof in Wuppertal vor Probleme

Baustelle : Sperrung der Ehrenhainstraße stellt Friedhof vor Probleme

Zeitplan der Baustelle verzögert sich. Anwohner kritisieren mangelnde Informationen durch die Stadt.

Für Ärger bei den Anliegern sorgt die Verzögerung der Baustelle an der Ehrenhainstraße. Seit Anfang Dezember wird hier die Deckschicht der Fahrbahn zwischen dem Westring und der Autobahnbrücke über die A46 erneuert. Im Rahmen der Vorarbeiten wurde der Bereich talwärts zur Einbahnstraße. In Gegenrichtung bedeutet diese Regelung einen langen Umweg über die Gräfrather Straße und die Roßkamper Straße. Zudem ist eine mehrtägige Vollsperrung für die Fräs- und Asphaltarbeiten vorgesehen. Dabei liegt die Baustelle in einem sensiblen Bereich.

Über die untere Ehrenhainstraße wird etwa der Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde Vohwinkel erschlossen. Hier handelt es sich mit rund 10 000 Grabstellen um die viertgrößte Ruhestätte in Wuppertal. Entsprechend viele Angehörige kümmern sich täglich auf dem weitläufigen Gelände um die Grabpflege. Auch die Friedhofsverwaltung stellt die Baustelle vor Herausforderungen. „Im Zeitraum der Vollsperrung können wir nicht beerdigen“, sagt Friedhofsleiter Sebastian Braun. Er befürworte zwar die Baumaßnahme. „Die Straße ist in einem äußerst schlechten Zustand und wir sind froh, dass endlich Abhilfe geschaffen wird“, so Braun. Er kritisiert aber, dass keine Informationen über den Zeitplan bekannt seien. Pro Woche gebe es vier bis fünf Bestattungen, für Ende des Monats seien bereits mehrere Urnenbeisetzungen geplant. „Es wäre ein Riesenproblem für uns und die Angehörigen, wenn festgelegte Beerdigungstermine durch die Sperrung verschoben werden müssten“, stellt Sebastian Braun klar.

Die Stadt will erst eine Woche vor der Vollsperrung informieren

Schwierig sei außerdem die Stellplatzsituation am Friedhof. Fast auf dem gesamten Parkstreifen entlang der Ehrenhainstraße gilt derzeit ein absolutes Halteverbot. Das bedeutet für die Besucher des Friedhofs lange Wege, was gerade für ältere Menschen beschwerlich ist. „Wir bemühen uns gerade, zusätzliche Parkplätze auf dem Friedhofsgelände zu schaffen“, erklärt Sebastian Braun. Das gehe allerdings nur während der Dienstzeiten der Friedhofsverwaltung und bei Bestattungen.

Auch die Anwohner sind mittlerweile von der Baustelle genervt. „Die Vollsperrung hängt wie ein Damoklesschwert über uns“, sagt Andreas Artschwager. Er fordert endlich Klarheit bezüglich des Zeitplans und bemängelt, dass sich auf der Baustelle längere Zeit wenig getan habe. Ursprünglich sollten die Fräsarbeiten bereits kurz vor Weihnachten erfolgen, lassen aber weiterhin auf sich warten.

Auf WZ-Anfrage bei der Stadt gibt es dazu und zur weiteren Dauer der Baustelle keine Informationen. „Die Anwohner werden aber auf jeden Fall eine Woche vorher über die Sperrung informiert“, sagt Sprecherin Martina Eckermann. Die Bauleitung werde außerdem das Gespräch mit der Friedhofsverwaltung suchen, damit die Verschiebung von Bestattungen möglichst vermieden werden könne. Diesbezüglich wünscht sich Sebastian Braun einen größeren zeitlichen Vorlauf. „Wir sind über die Einrichtung der Einbahnstraße auch nur eine Woche vorher informiert worden, was für uns sehr knapp ist“, betont er. Derweil wird die Baustelle von der ebenfalls betroffenen Kindertagesstätte an der unteren Ehrenhainstraße weniger problematisch gesehen. Laut Aussage der Einrichtung sei auch eine Anfahrt über die Straße Nocken möglich. Von hier aus könnten die Kinder die Kita über den Schulhof des Gymnasiums Vohwinkel erreichen.