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SPD-Genossen sinnieren über Vergangenheit und Zukunft

SPD-Genossen sinnieren über Vergangenheit und Zukunft

An der Sedanstraße warf die SPD einen Blick in die Glaskugel.

Barmen. Willi Brandt mit Kippe und Klampfe vor rotem Sonnenschirm. Es ist nicht nur dieses verblasste Foto, das im SPD-Büro Sedanstraße an die Ära von Stamokap und Guillaume-Affäre erinnert. Wie damals beschlugen am Donnerstag die Scheiben des Ladenlokals, als man dort nach nunmehr 150 Jahren SPD über Vergangenheit und Zukunft der Partei brütete.

Wilfried Penner erlaubte sich als versierter Champion die Anmerkung, dass die Argumente, Befürchtungen und Visionen des Abends doch schon vor Jahrzehnten ausgetauscht worden seien. Das sollte insofern nicht verwundern, als die Mehrzahl der Versammelten auch zur Generation von damals gehörte. Parteiarbeit entfache bei den Jüngeren kein Feuer mehr, resümierte man und schrieb sich den Punkt auf die Agenda.

Simon Geiß von den Falken, gleichsam ein Quotenjüngling in der Runde, zwirbelte mit kämpferischem Elan seinen Spickzettel, während er auf ein weiteres Manko hinwies: auf der Ehrenbank nur Kerle, und das bei einer Partei, die einst das Frauenwahlrecht erkämpft habe. Nachbesserung war damit zumindest schon mal angedacht.

Was obendrein durch die Fugen pfiff, war der Blutverlust durch die Agenda 2010, untermalt durch die vage Ahnung, dass der aktuelle Kanzlerkandidat nicht die Allzweckwaffe zur Revitalisierung ist. Wuppertals Ex-Oberbürgermeister Hans Kremendahl brach für Steinbrück die Lanze: Allen Aalglatten ziehe er einen Politiker vor, der auch mal ins Fettnäpfchen trete. Man solle ihn nur über das reden lassen, wovon er etwas verstehe, dann werde sich Steinbrücks Qualität schon noch zeigen.

Darüber ward vergessen, dass man eine Stunde zuvor die Überalterung angemahnt hatte. „Die SPD kommt bei Jugendlichen gut an“, behauptete also Juso Alexander Hobusch noch flugs, bevor Penner zum Schlusswort ausholte. Dessen Quintessenz: Die Kommunalwahl 2014 ist so gut wie im Sack.