Sorge um das Einkaufszentrum mit Ikea auf der „grünen Wiese“

Sorge um das Einkaufszentrum mit Ikea auf der „grünen Wiese“

Die Umweltverbände sind gegen die Ansiedlung am Eichenhofer Weg. Der Handel sorgt sich nach wie vor um die Geschäfte in der Stadt.

Wuppertal. Die Wogen schlugen hoch im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen, als es dort am Mittwochabend gut anderthalb Stunden lang um die Ikea-Ansiedlung im Wuppertaler Norden ging — und das vor einem gut gefüllten Zuschauerrang: Befürworter und Gegner kreuzten zumindest verbal die Klingen, bevor es, wie berichtet, grünes Licht für die weitere Planung des 100-Millionen-Euro-Projekts gab.

Zu Beginn sprach sich Anja Liebert von den Grünen dafür aus, das Thema mangels ausreichender Information zu vertagen — und handelte sich den Unmut der Befürworter des Einleitungsbeschlusses inklusive der Stadtspitze ein: Handfeste Antworten auf alle offenen Fragen zu bekommen, sei doch gerade der Sinn der weiteren Planung und der damit einhergehenden Verkehrs-, Umwelt- und Handelsgutachten — wie unter anderem auch Michael Schulte (CDU) betonte: Er sprach mit Blick auf die CDU von einer „lebhaften Diskussion“ und von der Erwartung einer „großen und intensiven“ Bürgerbeteiligung im nächsten Jahr.

Während Klaus Jürgen Reese für die SPD-Ratsfraktion eine Lanze für das Ikea-Projekt brach und auf dessen große Bedeutung für Wuppertal sowie die künftig kurzen Wege hinwies, zeigte sich Alexander Schmidt (FDP) verhalten: Um „draußen bei den Menschen“ für das Ikea-Vorhaben „geradestehen zu können“, brauche man unbedingt konkrete Informationen.

„Genauigkeit und Rechtssicherheit“ müsse „vor Schnelligkeit“ gehen, erklärte Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) mit Blick auf kommende Auseinandersetzungen in der Nachbarschaft. „Wir werden nicht überall auf Zustimmung stoßen.“

Jörg Liesendahl, im Ausschuss Sprecher der Wuppertaler Umweltverbände, ließ zum Beispiel keinen Zweifel daran, dass „die Naturschützer dagegen sind“: Abgesehen von Eingriffen in den Natur- und Wasserhaushalt spreche die zu erwartende Umwelt- und Verkehrsbelastung für sich.

Während Hugo Sattler von der IHK eine Stellungnahme bei Vorliegen der fraglichen Gutachten ankündigte, warnte Georg-Eicke Dalchow vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband vor „Vorfestlegungen“: Klar müsse aber sein, dass mit dem Fachmarktzentrum neben Ikea ein Einkaufszentrum „auf der grünen Wiese“ komme, das sich sehr wohl auf den bestehenden Einzelhandel auswirke.