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Sorge um das Buschhäuschen

Sorge um das Buschhäuschen

Viele Anwohner sind gegen Neubauten Am Buschhäuschen.

Brill. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan Nr. 1150V stößt auf viel Widerstand bei den Anwohnern des Briller Viertels. Jetzt wurde der Plan, mit dem Baurecht für ein modernes Wohn- und Bürogebäude sowie für zwei freistehende Einfamilienhäuser im Bereich Katernberger Straße und Am Buschhäuschen geschaffen werden soll (die WZ berichtete), öffentlich vorgestellt. Etwa 100 Anwohner kamen dazu in die Räume der Schützengesellschaft am Brill - und den meisten ist das Vorhaben ein Dorn im Auge.

"Das Briller Viertel ist ein Gesamtkunstwerk und wir können froh sein, dass es im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört wurde. Das muss doch jetzt nicht durch futuristische Bauten nachgeholt werden", empörte sich Eberhard Dirks, seit 30 Jahren Anwohner des betroffenen Gebietes, als Dirk Kasten vom Ressort Bauen und Wohnen die Pläne für das vier-stöckige Mehrfamilienhaus vorstellte.

Der Begriff "futuristisch" beschreibt das Gebäude, das von einem Londoner Architekten entworfen wurde, recht gut. Das verschachtelte und großflächig gläserne Haus soll von einer muschelförmig geschwungenen Dachkonstruktion gekrönt werden. Bei der Abstimmung votierten zwar nicht alle Anwesenden ihre Stimme gegen das Bauvorhaben, doch positive Äußerungen blieben aus.

Dabei, so Herwarth von Baum, einer der Grundbesitzer, werde versucht, Gebäude zu entwerfen, die sich in moderner aber stimmiger Weise ins Gesamtbild des Viertels eingliedern. So soll sich zum Beispiel die Fassade aus Natursteinen optisch an die anliegenden Villen anpassen. "Die Vermarktung des Gebäudes würde auch zur Sanierung der Familienvilla beitragen", erklärte von Baum. Doch so sehr die Anwohner auch die Sanierung der mehr als 100 Jahre alten Villa befürworten, so sehr sind sie gegen den Neubau.

"Wir Anwohner können doch reden, so viel wir wollen. Am Ende gehen wir leer aus und die Stadt macht doch, was sie will", empörte sich Richard Hofes. Kasten versuchte zu schlichten, verwies darauf, dass sachlich fundierte Bedenken der Bevölkerung beim Rat ernst genommen werden. Daher sieht das Bauleitplanverfahren ausdrücklich vor, dass die Öffentlichkeit frühzeitig informiert werden muss und so Mitspracherecht erhält. Wie weit die Bedenken ernst genommen werden, wird sich frühestens im dritten Quartal zeigen, wenn die erste öffentliche Auslegung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans erfolgt. Dann haben die Bürgen vier Wochen Zeit, schriftlich Bedenken vorzubringen.