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Sonnborner Kreuz: Rechtsstreit lähmt die Lärmschutz-Baustelle

Sonnborner Kreuz: Rechtsstreit lähmt die Lärmschutz-Baustelle

Auf 320 Meter Länge fehlen am Sonnborner Kreuz noch Schutzwände. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung zwischen zwei Baufirmen.

Wuppertal. Was ist bloß in Sonnborn los? Diese Frage stellen Anwohner und Beobachter immer lauter, sobald es um die noch fehlenden Lärmschutzwände rund um das Autobahnkreuz geht: In Fahrtrichtung Düsseldorf fehlen auf einer Länge von gut 50 Metern noch die Glas-Elemente. An der A 535 (früher B 224) sind es sogar noch 270 Meter. Auf WZ-Nachfrage berichtet der Landesbetrieb für Straßenbau von "Lieferengpässen", die ihre Ursache in einem Rechtsstreit haben.
Nach WZ-Information liegt das beauftragte Hauptunternehmen, das den
Lärmschutz errichtet, im Clinch mit einem Nachunternehmen, das die Elemente liefert. Nähere Auskünfte dazu gab es mit Blick auf das schwebende Verfahren vom Landesbetrieb nicht. Es zeichne sich allerdings ab, dass die betroffenen Elemente und deren Sockel neu angefertigt werden müssen. Mehrkosten zu Lasten des Steuerzahlers werde es dadurch aber nicht geben, heißt es beim Landesbetrieb weiter: Insgesamt werden 2,8 Millionen Euro in den Lärmschutz am Kreuz Sonnborn investiert. Anfang Juli sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Einmal mehr gerät allerdings der Zeitplan ins Wanken. Jetzt geht der Landesbetrieb davon aus, dass alle ausstehenden Arbeiten bis Anfang Juli 2008 abgeschlossen sind. In Angriff nehme man sie abschnittsweise: So sind entlang der Industriestraße beispielsweise Bauarbeiten vom 21. April bis zum 4. Mai angesetzt.
Die noch ausstehenden Wände haben einen Gesamtwert von etwa 900 000 Euro. Vor diesem Hintergrund geht der Landesbetrieb davon aus, dass der
Auftragnehmer zügig am Lückenschluss arbeitet und die Baustellen im
Sonnborner Kreuz Ende Juni entfernt. Wie berichtet, hat es im Zuge der
Dauerbaustelle immer wieder Staus und Verkehrsunfälle gegeben.
Ursprünglich war geplant, die Arbeiten am Lärmschutz für den Stadtteil
Sonnborn Ende des Jahres 2006 abzuschließen. Wiederholt kam es zu
Verzögerungen. Ursprünglich war einmal geplant, das Sonnborner Kreuz zu überbauen, um die Lärmprobleme in den Griff zu bekommen. Das ist allerdings zu teuer und kaum umzusetzen. Nach Auskunft des Baubüros in Haan melden sich dort immer wieder Bürger, um zu fragen, wann alle Lärmschutzwände stehen. Geschichte 34 Jahre nach Fertigstellung des Sonnborner Kreuzes begann dessen Ausstattung mit umfassendem Lärmschutz - bezahlt aus Bundesmitteln. Täglich nutzen bereits 74000 Fahrzeuge den Abschnitt zwischen dem Kreuz Sonnborn und Haan-Ost. 2010 werden es 91000 sein.