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Nahverkehr: Sonnborn hat Wuppertals schlechtesten Bahnhof

Nahverkehr : Sonnborn hat Wuppertals schlechtesten Bahnhof

Beim VRR-Test erhielt er jetzt die Wertung „nicht akzeptabel“. Langerfeld holte auf.

Beim VRR-Test der zehn Wuppertaler Bahnhöfe gibt es Aufsteiger und Absteiger: Der S-Bahnhof Sonnborn erhielt für 2019 die schlechteste Wertung, Langerfeld dagegen stieg vom letzten Platz im Jahr 2018 wieder in die Riege der guten Bahnhöfe auf. Für Wuppertal insgesamt ist die Wertung damit gleich geblieben.

Viermal im Jahr besuchen die Prüfer des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr die 297 Bahnhöfe im Verbundgebiet und bewerten das Erscheinungsbild nach Sauberkeit, Funktion und Graffiti-Dichte. Als Ergebnis gibt es dafür eine Ampelwertung: Grün steht für „akzeptabel“, gelb für „noch akzeptabel“, rot für „nicht akzeptabel“.

Primus der Wuppertaler Bahnhöfe ist der Hauptbahnhof. Der bekommt in allen drei Kategorien sowohl für den Zugang als auch für die Bahnsteige nur grüne Punkte. Auch Wuppertal-Barmen schneidet ganz gut ab: Hier verteilten die Prüfer auch viele grüne Punkte, nur beim Thema Graffiti auf dem Bahnsteig gab es einen roten Punkt, in der Gesamtwertung reicht es trotzdem für ein grünes „akzeptabel“.

In Wuppertal gibt es einmal die Bewertung „nicht akzeptabel“

Bei einem WZ-Besuch im November hatte Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke (CDU) noch darauf verwiesen, dass der gute Zustand von Gebäude und Unterführung vom Hans-Dietrich-Genscher-Platz aus dem Engagement des privaten Hausbesitzers sowie des Betreibers der Buchhandlung zu verdanken sei.

Am anderen Ende der Skala liegt 2019 der Bahnhof Sonnborn, der als einziger Wuppertaler Bahnhof in der Gesamtwertung einen roten Punkt für „nicht akzeptabel“ bekam. Das liegt einerseits an den vielen Graffiti an Zugang und Bahnsteigen. Und bei der Kategorie Funktion gab es nur ein „Gelb“ für „noch akzeptabel“.

Am Sonnborner Bahnhof gebe es ein erhöhtes Aufkommen von großflächigen Sprüh-Bildern, heißt es auf Nachfrage beim VRR. Den gelben Punkt in der Kategorie Funktion beim Zugang gab es, weil bei einem von vier Prüf-Besuchen der Aufzug nicht funktionierte. Insgesamt erteilten die Prüfer deshalb einen roten Punkt. „Das sind immer nur Momentaufnahmen“, zeigt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik eine Schwäche der Untersuchung auf.

Beim WZ-Besuch vor Ort waren die wartenden Zugfahrer nicht unbedingt derselben Meinung wie die VRR-Prüfer. Martina Müller und Christian Loosen aus Düsseldorf sagten, sie würden wesentlich unangenehmere Bahnhöfe kennen. Loosen lobte Sonnborn sogar, weil es keine Unterführung gebe. Müller sagte aber, dass „der Aufzug alle Nase lang kaputt ist“. Sie als Mutter sei mit Kinderwagen dann oft auf Hilfe an den Treppen angewiesen. Dafür müsse es Abzüge geben.

Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte, sagte, der Bahnhof Zoologischer Garten sei viel schlimmer, dafür dass der Zoo so ein Aushängeschild sei. Was den Aufzug angeht, stimmt sie aber mit dem VRR überein.

Ein älteres Ehepaar, das ebenfalls anonym bleiben wollte, sagte, sie fänden andere Bahnhöfe im Stadtgebeit viel dreckiger. Die Frau nannte etwa Vohwinkel, gerade im Bereich des Durchgangs.

Die Abzüge für Graffiti könnten übrigens alle nicht nachvollziehen – gibt es doch kaum größere Flächen dafür am Bahnhof Sonnborn.

Dass der Bahnhof Unterbarmen
so gut dasteht, stößt auf Kritik

2018 hatte der Bahnhof Langerfeld den einzigen roten Punkt als schlechteste Wertung erhalten. Das beruhte sogar allein auf den vielen Graffiti. 2019 haben die Prüfer weniger davon gesehen, in der Kategorie Graffiti am Bahnsteig gab es einen gelben Punkt, bei Graffiti am Zugang immer noch einen roten. Aber weil Sauberkeit und Funktion jeweils „grün“ bekamen, heißt auch die Gesamtwertung 2019 „grün“.

Wie in den vergangenen Jahren gab es für den Bahnhof Unterbarmen 2019 einen gelben Punkt, also die Wertung „noch akzeptabel“. Das war schon in den Vorjahren stark kritisiert worden, macht das marode Bahnhofsgebäude doch einen trostlosen Eindruck. Doch das werde als privates Gebäude nicht in die Wertung einbezogen, hatte der VRR schon damals erklärt.