Sommerwünsche: Abenteuer bei der Feuerwehr

Sommerwünsche: Abenteuer bei der Feuerwehr

Der siebenjährige René erobert begeistert die Hauptwache in Elberfeld.

Wuppertal. Die Laufbahn der meisten Feuerwehrmänner beginnt in der Feuerwehrschule. So auch bei dem siebenjährigen René: Er darf heute eine Entdeckungstour durch die Hauptwache in Elberfeld unternehmen. Deswegen steht er jetzt vor einer großen Modelllandschaft mit Schwebebahn, auf der sonst der Brandschutznachwuchs Einsätze nachstellt. René soll die Feuerwache suchen - gar nicht so einfach.

"Alle Leute hier wissen Bescheid, dass du heute kommst", hat Brandschutzerzieher Udo Beicht angekündigt und damit bei René für strahlende Augen gesorgt. Schon in der Leitstelle, bei der jeder Notruf landet, gibt es viel zu sehen: An acht Tischen sitzen Männer mit je fünf Monitoren vor sich. René darf mit dem Handy einen Notruf absetzen - bevor er ein Wort gesagt hat, werden auf einem Bildschirm schon der Name und die Adresse des Anrufers auf einer Straßenkarte angezeigt. "Wow", zeigt René sich begeistert - dieses Wort wird er heute bei weitem am häufigsten sagen. "Wow" findet er auch, dass er von der Leitstelle aus ein Tor bei der Feuerwehr Solingen öffnen und das auch noch auf einem Monitor beobachten kann.

Im Ernstfall würde die Feuerwehr jetzt wohl eher einen Wagen losschicken. Dutzende davon stehen in der Wagenhalle und auf dem Hof. René ist aus dem Häuschen. "Die Räder sind ja größer als ich", staunt er bei dem Kranwagen, der alle neun Elefanten des Wuppertaler Zoos gleichzeitig hochheben könnte. In den Einsatzfahrzeugen befinden sich Äxte, Kettensägen, Löschwasser und sogar eine Kühlkiste für Getränke. Hier darf René auf den Fahrersitz klettern und das Martinshorn anstellen.

Sein persönliches Lieblingsfahrzeug steht schon fest: der Leiterwagen. Mit einem weißen Helm auf dem Kopf darf er 20 Meter in die Höhe schweben. Angst hat René keine, stattdessen steigt er hinterher mit stolzgeschwellter Brust aus. Anschließend darf er mit einem Schlauch den Hof abspritzen - bloß nicht den Fotografen erwischen. Nach so viel Anstrengung braucht ein echter Feuerwehrmann erstmal eine Stärkung. Beeindruckt zeigt René sich von der Tatsache, dass ein Feuerwehrmann sein Essen im Einsatzfall stehen lassen muss. "Das isst ja jetzt ein anderer", wundert er sich.

Zum Schluss wird es dann noch einmal spannend: In dem Übungsraum der Feuerwehr muss René einen Hindernisparcours überwinden. Quer durch Zimmer, Röhren und Klapptüren schlängelt er sich von einem Ende zum anderen. Bei echten Übungen ist der Raum dunkel und voll mit Rauch, aber das bleibt dem kleinen Nachwuchsfeuerwehrmann erspart. Nur schweren Herzens macht René sich auf den Heimweg. "Toll, toll, toll", ist das Einzige, was er sagen kann. Dieser Ausflug wird ihn wohl noch einige Wochen beschäftigen.

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