So wird die Westdeutsche Zeitung gemacht

So wird die Westdeutsche Zeitung gemacht

Teilnehmer der Sprachferien für zugewanderte Kinder und Jugendliche besuchen die WZ.

„Neues Zuhause — neue Sprache“ — so heißt das Sommercamp für zugewanderte Kinder, das in Wuppertal vom 31. Juli bis zum 17. August zum fünften Mal stattfindet. Es ist kein Sommercamp, bei dem den ganzen Tag gespielt wird, sondern es ist ein Sprachferienprogramm, wo das Lernen und Vertiefen der deutschen Sprache im Vordergrund steht. Neben dem Verbessern der Sprachkenntnisse sollen die Kinder auf spielerische Weise ihre neue Heimat erkunden.

Am Dienstag besuchte eine Gruppe von 20 Jugendlichen die Redaktion der Westdeutschen Zeitung an der Ohligsmühle, um zu erfahren, wie die Zeitung gemacht wird. Betreut wurde die Gruppe von Johanna Daciuk und Juliette Brüstle, zwei Lehramtsstudierenden der Bergischen Universität. Sie haben das Seminar „Deutsch als Fremdsprache“ besucht und sind bestens mit den Jugendlichen vertraut.

Und dann ging es auch schon los: „Wer hat schon einmal eine Zeitung gelesen?“ Diese und andere Fragen stellte Andreas Boller, stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Wuppertal. Viele hatten bisher noch keine Zeitung gelesen, was sie aber nicht von deutschen Jugendlichen unterscheidet, die sich besser mit dem Handy und dem Internet als der Tageszeitung auskennen. Im Anschluss stellten die Besucher angeregt Fragen: „Wie lange dauert es, bis eine Zeitungsausgabe fertig ist?“ „Wie viele Zeitungen werden täglich gedruckt?“

Im Anschluss wurde den Gästen gezeigt, wie man die Seiten einer Zeitung plant, nach Themen zusammenstellt und mit Leben füllt. Die Jugendlichen waren beeindruckt. Zuletzt durften sie an der Blattkritik teilnehmen und erleben, wie die Redakteure jeden einzelnen Artikel des Vortages besprachen, lobten oder kritisierten. Danach stand ein kurzer Spaziergang zum Laurentiusplatz auf dem Programm, wo als Abkühlung ein Eis wartete.

An den kommenden Tagen werden weitere Gruppen des Sprachferienprogramms die Redaktion besuchen. Die Sechs- bis Fünfzehnjährigen sollen lernen, welche Möglichkeiten sie in Wuppertal haben, sich aber auch untereinander kennenlernen. Ziel ist die intensive Auseinandersetzung mit der Stadt sowie die Eingewöhnung in die neue Heimat.

Finanziell wird das Sommercamp, an dem bis zu 200 Kinder und Jugendliche teilnehmen, durch den Verein LAG Kunst und Medien NRW unterstützt. Mitglieder der Initiative „Syrien von morgen“ leisten ebenfalls tatkräftige Unterstützung bei der Betreuung und Umsetzung der Aktivitäten. Besuche von Bibliotheken sowie Kunst- und Kulturveranstaltungen stehen ebenfalls auf dem Plan. Viel Spaß hat aber auch ein Ausflug in den Klettergarten gemacht.

Enden wird das Camp am 17. August mit einem gemeinsamen Abschlussfest, bei dem das Erlebte präsentiert wird und Familie und Freunde zusammen kommen, um das Gelernte und Gesehene Revue passieren zu lassen.

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