Verkehr: So wird die Reise für Kinder sicher

Verkehr : So wird die Reise für Kinder sicher

Polizei informierte in Barmen zu Kindersitzen und Co, damit die Autofahrt sicherer wird.

Das Thema „Kindersicherheit im Auto“ ist ein Dauerbrenner, der die Dienststelle „Unfall-Prävention“ im Bereich der Polizeidirektion Wuppertal/Remscheid/Solingen alljährlich dazu bewegt, vor Beginn der Sommerferien auf Gefahren und ihre Abwendung im Straßen- und Reiseverkehr aufmerksam zu machen.

Am Rathausvorplatz in Barmen hatten die Polizeihauptkommissare Holger Brunner und Ulrich Naumann nicht nur ein Zeltdach aufgebaut, sondern waren bestrebt, anhand eines Einsatzwagens und eines „normalen“ Pkw Hilfestellung zum richtigen Einbau von Kindersitzen zu geben.

„76 Kinder sind als Mitfahrer in einem Fahrzeug im bergischen Städtedreieck im Jahre 2018 verunglückt. Das sind 39 Prozent aller Kinderunfälle“ heißt es in einer Mitteilung der Polizei, wobei darauf hingewiesen wird, dass die Zahl gegenüber 2017 (97) gesunken ist. Allerdings kein Grund, dem Thema keine besondere Aufmerksamkeit mehr zu widmen.

„Gerade in den kommenden Sommerferien treten ausländische Mitbürger mit ihren Kindern Reisen in die Heimat an und sind Tausende von Kilometern unterwegs“, erklärt Polizeihauptkommissar Brunner und wird auch gleich von dem Ehepaar Egson und Merita Demaj angesprochen. „Wir fahren 2000 Kilometer in den Kosovo“, verrät der Familienvater und holt sich Sicherheitstipps, während Sohnemann Edmond die Chance nutzt, mal ein Polizeiauto zu entern und sich hinters Steuer zu setzen. Alle drei Kinder der Demirajs sind übrigens unter 1,50 Metern groß und auf jeden Fall „kindersitzpflichtig“. Bis 1,50 Meter Größe oder ein Alter bis zwölf Jahre sind die Faustregeln für die vorgeschriebene Benutzung von Kindersitzen.

Babys sollten unbedingt gegen die Fahrtrichtung positioniert werden

Lionel ist zwölf Jahre alt und schwankt noch, ob er den Rat der Oma, noch den Kindersitz zu benutzen, beherzigen soll. Auf jeden Fall nimmt er die Gelegenheit wahr, sich in den Einsatzwagen zu setzen. Was die beiden Hauptkommissare übrigens gern gestatten. „Mit der Nachwuchswerbung kann man gar nicht früh genug anfangen“, meint Ulrich Naumann.

Währenddessen erfährt ein anderer Vater, dass seine Kindersitze für die drei Sprösslinge so beschaffen sind, dass einer auf diesem Gebiet sicheren Fahrt an die Ostsee nichts mehr im Wege steht. „Freut mich, dass ich beim Kauf und der Installation wohl alles richtig gemacht habe und meine Kinder vorschriftsgemäß fixiert sind“, so Familienvater Robert.

Die „Kinderrückhalte-Systeme“, nämlich die Kindersitze, verfügen zwar mittels Aufklebern über genaue Einbauanleitungen, doch da sind Theorie und Praxis oft zweierlei. „Zu einer erforderlichen Hilfestellung sind wir natürlich gern bereit“, erklärt Holger Brunner, weist jedoch darauf hin, dass Beratungen im Präsidium vorher angemeldet werden sollten.

„Ganz wichtig,“ so betonen die beiden Polizisten nachdrücklich, „ist, dass Babys auf jeden Fall gegen die Fahrrichtung in ihrem Kindersitz untergebracht sein müssen. Der Kopf ist im Vergleich zum übrigen Körper verhältnismäßig groß, und bei einem Auffahrunfall würde der unkontrolliert nach vorn geschleudert, und das kann schwere Verletzungen im Nackenbereich verursachen.“

Am Informationsstand konnten diverse Baby-Schalen, und Kindersitze begutachtet werden, wobei die Polizei mit Bedacht keine Kaufempfehlungen gibt. „Was für Sie und Ihr Kind das Beste ist, müssen Sie für sich entscheiden“, hieß es deutlich.

Pauschal empfehlen die Mitarbeiter der Verkehrsunfall-Prävention allerdings das von diversen Herstellern angebotene Isoflix-System mit Haltefuß am Wagenboden.

Zwei Stunden nahmen sich die beiden Polizeihauptkommissare Zeit, die Fragen interessierter und besorgter Eltern zu beantworten, und weil die Polizei einmal da war, gab es etliche Wuppertalerinnen und Wuppertaler, die an die Herren in Uniform Fragen hatten, die wenig mit Kindersicherheit im Pkw zu tun hatten. Aber, auch da wussten die freundlichen Polizisten Rat.

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