So war die Aktion "Lichterwege" auf dem Wuppertaler Ostersbaum 2019

Ostersbaum. : Bewegte Lichter auf dem Ostersbaum

Neben einem Teelichter-Meer gab es auch beleuchtete Kostüme bei den 20. Lichterwegen.

Gleich die Treppe hoch oder aufsparen? Wer die „Lichterwege“ besuchen wollte, mochte versucht sein, Richtung Ostersbaum erst einmal die Paradestraße zu wählen statt Stufen zu steigen. Sind doch die Treppen der leuchtende Magnet schlechthin. Dabei setzt die Aktion mit rund 6000 Kerzen, entworfen von der Künstlerin Diemut Schilling, ja stets einen ganzen Stadtteil ins Licht. Auch bei ihrer 20. Ausgabe boten die „Lichterwege“ nicht zuletzt den schönen Anlass, dies alles zu erkunden.

Zwei Stunden dauert der Aufbau, zwei Stunden das Spektakel

Doch Treppen gibt es ja viele. Genug zu klettern hatte auch, wer von der Gathe gleich die Holsteiner Treppe erklomm, wohl wissend, dass oben weitere warteten. Die sonst eher düsteren Aufgänge leuchteten warm und einladend – dank Teelichten in bunten Gläsern, wie sie im ganzen Viertel verteilt waren. „Das ist doch Wahnsinn, die alle anzuzünden...“, war später zu hören.

Zum Jubiläumsjahr kamen auch bewegte Lichter. „Leuchtkostüme“ waren die Idee für 2019, und immerhin einige kamen dem Aufruf nach: Ein Trupp hatte hübsche Kopfbedeckungen gebastelt und dazu kugelrunde Lämpchen auf Duschkappen montiert. Fügte so mit anderen dem Gesamteindruck noch eine leuchtende Dimension hinzu. Wer mochte, ließ sich treiben: Gern auch zum Genuss einer der musikalischen Einlagen, die an der Atmosphäre ganz klar ihren Anteil hatten.

Schön auch der Weg über das Schulgelände der „Else“ mit flankierenden Lichtern auf der Mauerkante, bis der Blick sich zum Panorama über die Stadt öffnete. Wer Orientierung suchte, konnte sich führen lassen – etwa zum Platz voller Lichter bei der Gemeinde St. Petri, die auch zum Orgelkonzert einlud. „Guide“ Enno Thormählen nannte das „ein kleines Refugium im Stadtteil, das man so gar nicht vermutet“.

Krönender Abschluss war das Feuerwerk auf dem Platz der Republik – ergänzt durch die Siegerehrung für die besten Kostüme. Dank an die Aktiven sowie an Sponsoren und Förderer kam von Gabriele Kamp, Organisatorin des Festes. Die Kinder vom Nachbarschaftsheim und vom Mirker Bach teilten sich dann Platz eins, während die tolle Truppe „Glühwürmchen Kunsthut“ „extern“, nämlich aus Köln, war.

Die „Lichterwege“ sind ein orchestriertes Ereignis, zentral organisiert und diszipliniert. Zwei Stunden haben die vielen Aktiven zum Aufbauen, sprich: um Treppen, Straßen, Plätze mit dem Meer an Teelichten zu überziehen. Zwei Stunden ist der Ostersbaum ein Ort zum Staunen, zum Schwärmen und Ausschwärmen. Insgesamt haben die „Wege“ viel von einem Spotlight: hell, intensiv, kurz. Freilich eines mit Strahlkraft übers Jahr hinweg.

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