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So viel müssen Wuppertaler Familien bald mehr an Gebühren zahlen

Gebühren für Frischwasser und Straßenreinigung : So viel müssen Wuppertaler Familien bald mehr zahlen

Die Stadt Wuppertal dreht für das Jahr 2021 an der Gebührenschraube. Kosten für Abwasser, Trinkwasser, Abfall und die Straßenreinigung steigen.

Die Stadt Wuppertal dreht für das Jahr 2021 an der Gebührenschraube. Nach Berechnungen der Stadt kommen auf eine vierköpfige Musterfamilie im kommenden Jahr zusätzliche Kosten für Abwasser, Trinkwasser, Abfall und die Straßenreinigung in Höhe von insgesamt 22,68 Euro zu - die Jahresbelastung wird entsprechend teurer.

Die Jahresbelastung der Musterfamilie beträgt dann 1687,33 Euro. Die Erhöhung von 1,36 Prozent bezeichnet die Stadt als moderat. Vorausgesetzt wird bei dem Beispielsfall ein Wasserverbrauch (Frisch- und Schmutzwasser) von 200 m³ bei einer angeschlossenen Grundstücksfläche von 130 m², ein Restmüllvolumen von 60 Litern und eine Frontlänge des Grundstücks von 15 Metern. „Die Gebührenerhöhung fällt maßvoll aus - die Personalkosten und andere Kosten sind deutlich stärker gestiegen und werden nicht in voller Höhe weitergegeben“, sagt Stadtkämmerer Johannes Slawig.

Während beim Abwasser die Gebühren für die Wuppertaler nahezu konstant bleiben, steigt der Trinkwasserpreis in dieser Preisrunde deutlicher an. Die Stadt begründet das damit, dass die Gebührensätze seit 2013 stabil geblieben seien, obwohl die Stadtwerke seitdem zahlreiche Verbesserungen im Netz vorgenommen hätten. Nun steht ein größerer Schluck aus der Pulle an. Für die Familie Mustermann ergibt sich daher eine Steigerung der Kosten von 495,47 Euro auf 508,92 Euro im Jahr, während beim Abwasser nur eine geringere Erhöhung von zwei Euro zu verzeichnen ist.

Die Erhöhung der Wasserpreise hat eine Vorgeschichte

Zum Hintergrund: Die Stadt hat am 1. Mai 2013 den Eigenbetrieb Wasser und Abwasser Wuppertal gegründet und damit die Trinkwassersparte von den Stadtwerken übernommen. Die Stadt erhebt Gebühren, und bei Klagen gegen Wassergebühren ist nicht das Bundeskartellamt, sondern das Verwaltungsgericht zuständig. Im Verlauf eines Verfahrens gegen die Berliner Wasserbetriebe hatte das Bundeskartellamt 2012 die Unternehmen der 38 größten Kommunen um die Offenlegung ihrer Zahlen gebeten und festgestellt, dass die Preise in Wuppertal bundesweit am höchsten waren. In einer juristischen Auseinandersetzung hatten sich Kartellamt und WSW auf einen Vergleich geeinigt, der die Rückzahlung von 90 Euro für den Durchschnittshaushalt in Wuppertal bedeutete. Als der Wechsel der Trinkwassersparte von den WSW zur Stadt bekannt wurde, befürchteten Kritiker eine Gebührenexplosion, doch die blieben auch ohne die Drohung einer weiteren Klage durch das Bundeskartellamt über mehrere Jahre stabil.

Bei den Abfallgebühren wird es für die Mustermänner eine Steigerung von 265,08 Euro auf 270,36 Euro geben. Die Gebühren für die Straßenreinigung steigen von 60,60 Euro auf 62,55 Euro. Dies sei unter anderem durch die wachsenden Qualitätsansprüche begründet, die von den Ausschüssen und Bezirksvertretungen geäußert worden seien und sich in einem höheren Aufwand niederschlagen, so Kämmerer Johannes Slawig. Die Gebührensatzsteigerung liegt in allen Reinigungsklassen bei einheitlich drei Prozent.