So sieht die Mobilität der Zukunft in Wuppertal aus

Podiumsdiskussion : Mehr Radverkehr schaffen und den ÖPNV stärken

Diskussion über Mobilität der Zukunft.

Da der November der staureichste Monat des Jahres ist, hätten das Wuppertal Institut und die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung wohl keinen besseren Zeitpunkt für ihr Thema finden können. Am Mittwochabend veranstalteten sie eine Diskussion zum Thema „Raus aus dem Stau - Mobilitätskonzepte der Zukunft am Beispiel Wuppertal“.

Professor Dr. Oscar Reutter vom Wuppertal Institut, einer der vier Diskutanten des Abends, bedauerte, dass der Autoverkehr nach wie vor die dominierende Verkehrsform in der Stadt sei. Der Radverkehr mache in Wuppertal hingegen bislang erst etwa 1,5 bis 2 Prozent aller Wege aus, mahnte er in der von WZ-Redakteurin Katharina Rüth geleiteten Diskussion. Gut und gerne 20 Prozent der Wege könnten mit dem Rad zurückgelegt werden, betonte Reutter. Dieser Wert sei in einer Stadt wie Heidelberg erreicht worden – mit „ähnlicher Tallage“ wie Wuppertal.

Den Königsweg zur Verkehrswende sah Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, dagegen in einer nachhaltigen Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Um den ÖPNV attraktiver zu machen, müssten die Städte zudem Schritte wagen, die Bedingungen für den Autoverkehr zu verschlechtern – etwa indem das Parken in den Innenstädten erschwert wird.

Roman Suthold, Fachbereichsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC, warnte davor, die Diskussion um die Verkehrswende auf die großen Metropolen in Deutschland zu konzentrieren. Gerade die ländlichen Regionen müssten mit ÖPNV-Angeboten versorgt werden, hier seien die kommunalen Verkehrsunternehmen in der Pflicht, entsprechende Angebote zu unterhalten.

Elektroroller als
Innovation auf der Straße

Breiteren Raum nahm die Diskussion um die E-Scooter ein, die in einigen deutschen Großstädten über Gehwege und Straßen rauschen. Während vor allem Jaeger und Suthold die Verkehrsmittel kritisch sahen – ADAC-Mann Suthold sprach von „Spaßmobilität“ –, fiel die Einschätzung der FDP-Bundestagsabgeordneten Daniela Kluckert marktliberaler aus. In den Elektrorollern sah die stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses des Bundestages eine Möglichkeit, „mehr Innovationen auf die Straße zu bringen“.

Die Diskussion um den Nutzen von E-Scootern und privaten Fahrdiensten wie Uber stieß vor allem bei den Vertretern des Taxigewerbes auf breiten Widerspruch.