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So schön ist der Sommer in Wuppertal

So schön ist der Sommer in Wuppertal

Der erste echte Sommertag lockte tausende Wuppertaler vor die Tür. Besonders auf den Grünflächen und in den Freibädern genossen sie das tolle Wetter — und hatten einige Sommer-Tipps für unsere Leser.

Wuppertal. Manchmal ist das Leben ungerecht — und das ausgerechnet an dem Tag, an der Sommer endlich in Wuppertal angekommen ist. Im Gymnasium Am Kothen musste der Abiturjahrgang gestern doppelt schwitzen: Nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen trieben den einen oder anderen Schüler auf die Schweißperlen auf die Stirn, zusätzlich standen die mündlichen Nachprüfungen für das Abitur an.

Des einen Freud, des anderen Leid — wegen der Prüfungen hatte die Sekundarstufe eins frei. Katharina, Alexa und Mirabell nutzten den freien Tag für Entspannung im Freibad Mählersbeck. Ihr Tipp zur Abkühlung: „Eine Wasserschlacht ist immer gut“, sagte die 15-jährige Mirabell. Die werden sie heute vielleicht fortsetzen, denn die drei Freundinnen spekulierten am Dienstag schon auf den nächsten Unterrichtsausfall: „Wenn es gut läuft, bekommen wir Mittwoch in der fünften und sechsten Stunde hitzefrei, sagt Alexa (14).

Die drei Mädchen waren natürlich nicht die einzigen, die im Freibad Mählersbeck den Sommerbeginn feierten: Petra Zeckusch (46) war mit ihrer Tochter und den Enkelkindern gekommen. Für den erst acht Monate alten Elias war es der erste Freibadbesuch seines Lebens. „Vielleicht versuchen wir gleich mal mit ihm im Kinderbecken zu planschen, aber im Moment schläft er noch“, sagte die stolze Oma.

Vielleicht hat Elias irgendwann auch so schöne Erinnerungen an das Freibad Mählersbeck wie Helmut Müller. Der 78-Jährige war in den Nachkriegsjahren mit dem SFF Barmen, die im Freibad ihre Spielstätte hatten, Deutscher Meister im Wasserball. „Damals sah es hier noch ganz anders aus“, erinnert sich Müller. Auf die letzte Frage, ob auch er noch einen Sommer-Tipp für unsere Leser hat, verabschiedet er sich im besten Barmer Platt: „Gehn’se im Schatten!“

Auch der Deweerth’sche Garten war gestern ein beliebter Ort zur Entspannung in der Sonne. Laura Angela Sacco nutzte die Mittagspause, um ihre Füße in das Wasserspiel auf dem Platz zu halten. Die Inhaberin des Café Zett freut sich, dass sie Außensaison endlich losgeht: „Die Stammgäste kommen immer, aber an Tagen wie heute, ist es richtig voll.“

Großer Ansturm herrschte gestern auch auf Wuppertals Grünflächen. Vor allem auf der Hardt und in den Barmer Anlagen genossen besonders viele Menschen den Sommeranfang. Bartosz Tarasewicz schätzt an der grünen Insel mitten in Barmen vor allem die Ruhe. „Hier ist es gemütlicher als auf der Hardt.“ Für seinen zwei Jahre alten Sohn Bartosz jr. bietet der Spielplatz dort Abwechslung, wenn die grüne Wiese irgendwann zu langweilig wird. Der Vater nutzt hingegen gern den Grillplatz: „Der ist super. Es sieht dort aus wie früher in Griechenland.“ Sein Tipp für heiße Sommertage: Im Vorwerk-Park finden Spaziergänger noch mehr Ruhe als in den Barmer Anlagen.

Wenige Meter neben ihm brutzelten auch Norman Müller und seine Freundin Nora Alaoui in der Barmer Sonne. Ihnen war es gestern schon fast etwas zu heiß: „Die Barmer Anlagen sind toll, aber es fehlt etwas Wasser zur Abkühlung. Wenn man einen Pool bauen würde, wäre es perfekt“, sagt Norman Müller.

Während gestern eigentlich alle Wuppertaler froh waren, sie Urlaub hatten oder zumindest einen halben Tag „freimachen“ konnten, arbeitete GotthardGeisler sogar freiwillig: Während sich neben ihm die Menschen in der Sonne räkelten, restaurierte er für den Barmer Verschönerungsverein das Dörpfeld-Denkmal in den Barmer Anlagen. „Ich erneure die Fugen, die waren alle gerissen. Zu heiß ist es dafür nicht, ich stehe ja im Schatten“, sagte der Ehrenamtler.

Einen außergewöhnlichen Sommer-Tipp hat Kathrin Niedt für alle Wuppertaler: Viele ältere Wohnhäuser in der Stadt haben einen mehr oder weniger versteckten Zugang zum Dach. So auch die Wohngemeinschaft von Kathrin Niedt an der Holsteiner Straße: „Wir haben zwar auch einen Balkon, aber vom Dach aus hat man einen noch schöneren Ausblick über Wuppertal.“