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So schmeckt Wuppertal die WM

So schmeckt Wuppertal die WM

Im Stadtgebiet gibt es passend zu den Vorrundengegnern die passenden kulinarischen Ideen.

Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten. Was Sepp Herberger bei diesem Zitat verschwiegen hat: Für den Zuschauer hat ein WM-Abend mit Pause mindestens 105 Minuten, mit Fernseh-Vorbericht sicherlich 180 Minuten und mit anschließender Analyse auf der Couch manchmal auch 360 Minuten und mehr. Dass sich diese Zeit am besten mit Essen überbrücken lässt, ist kein Geheimnis. Bratwurst kann allerdings jeder. Besondere WM-Gourmets bieten den Gästen Snacks an, die zu der kulinarischen Vielfalt des jeweiligen Gegners passen. Die WZ war daher in Wuppertal auf der Suche nach den passenden Gaumenfreuden aus Mexiko, Schweden und Südkorea.

Den Anfang machen bei uns die Kicker aus dem fernen Osten. Wenn Deutschland am Mittwoch, 27. Juni, um 16 Uhr auf Südkorea trifft, sollte es exotisch in der Küche werden. Man denkt an scharf eingelegten Kohl (Kimchi) oder reichgefüllte Teigtaschen.

Ein richtiger koreanischer Fußball-Snack sieht allerdings anders aus. Das sagt uns zumindest die koreanische Familie An vom Restaurant „Mamas Kimchi“ am Kipdorf 60. Tochter Soo Jin An schlägt „Chimac“ vor. Dahinter steckt die Kombination aus frittiertem Hühnchen und Bier. Das sei eine klassische Kombination in der Heimat, so die 32-Jährige. Ein südkoreanisches Bier ist etwa das „Hite-Bier“. Dabei handelt es sich um ein Pale Lager in einer schlichten Flasche. In Südkorea soll die Marke ein Verkaufsschlager sein.

Wenn es am kommenden Sonntag, 17. Juni, um 17 Uhr ans Deutsche Auftaktspiel gegen Mexiko geht, sollte es nicht nur auf dem Spielfeld heiß hergehen. Die mexikanische Küche ist bekanntlich scharf und würzig. In Elberfeld steuern wir die Restaurant-Kette „Sausalitos“ an der Herzogstraße 42 und das „Enchilada“ in der Papierfabrik (Friedrich-Ebert-Straße 130) an. Doch unsere Chancen sind nicht gut: In Wuppertal sind gerade einmal 31 Mexikaner gemeldet — in der Küche der Wuppertaler Restaurants stehen sie leider nicht.

Trotzdem kennt sich aber auch Mitarbeiter Ugur Yakar im Enchilada mit Mexikos Snacks aus. Er schlägt einen Klassiker vor: Tortilla-Chips und Guacamole. Der leckere Avocado-Dip lässt sich gut selbst zaubern — dann dürfen die Chips auch gekauft sein. Für vier Portionen braucht es acht reife Avocados, acht fein gewürfelte Tomaten, zwei gepresste Zitronen, vier Esslöffel Naturjoghurt sowie gepressten Knoblauch, Salz und Pfeffer nach Geschmack.

Dazu passt ein Schlückchen Tequila, gerne auch mal ein goldener. Den genießt man dann hierzulande nicht mit Salz und Zitrone, sondern mit Orange und Zimt. Authentisch geht übrigens noch anders. In Mexiko wird zum Tequila eigentlich eine Limette gereicht, die man manchmal auch mit Salz bestreut. Das muss aber nicht sein.

Auf zum Schweden. Schließlich spielt die National-Elf am Samstag, 23. Juni, um 20 Uhr gegen die Freunde aus dem Norden. Nur haben die 44 Schweden im Stadtgebiet leider noch kein Restaurant eröffnet. Außer natürlich, wir lassen die Kantine im Möbelhaus „Ikea“ gelten. Dementsprechend sollten zum Spiel dann wohl Köttbullar auf den Tisch kommen. Also Hackfleischbällchen, am besten mit Rahmsoße, Kartoffelpüree und Preiselbeeren. Die Bällchen gibt es tiefgefroren im Möbelhaus. Vielleicht sollte man in diesem Fall jedoch bei der kulinarischen Ankündigung vor seinen Gästen den Mund nicht zu voll nehmen...