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So kann Wuppertal den Kampf gegen Müll und Dreck gewinnen

Sauberkeit : So kann Wuppertal den Kampf gegen Müll und Dreck gewinnen

Rund 500 wilde Müllkippen werden der Stadt jährlich gemeldet. Mit der Aktion „Sauberes Wuppertal“ wollen Stadt, WZ, AWG und ESW zu mehr Achtsamkeit und Engagement in Wuppertal aufrufen.

Im ersten Schritt ist es wichtig, mit offenen Augen durch die Stadt zu gehen und die Probleme als solche wahrzunehmen. Lothar Leuschen hat die Probe gemacht und ist auf dem Weg von der Südstadt bis zur WZ-Redaktion an der Schwebebahnstation Ohligsmühle in die Rolle des Mülldetektivs geschlüpft. Welche „Beute“ er dabei gemacht hat, ist in einem WZ-Video ab sofort zu sehen.

Aktion Sauberes Wuppertal: Helfen Sie mit, unsere Stadt sauberer zu machen!

Rund 500 wilde Müllkippen werden der Stadt jährlich gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, denn so mancher Müllhaufen gammelt seit Jahren vor sich her und niemand stört sich mehr daran. Mindestens ebenso ärgerlich sind die in den Innenstädten „deponierten“ Pappbecher, Pizzakartons, Kaugummireste, Zigarettenkippen oder zusammengeknüllten Tüten, die abseits vom Papierkorb oder Mülleimer gelandet sind. Mit der Aktion „Sauberes Wuppertal“ wollen Stadt, WZ, AWG und ESW zu mehr Achtsamkeit und Engagement in Wuppertal aufrufen.

 Müll im Gebüsch an der Steinbeck.
Müll im Gebüsch an der Steinbeck. Foto: Ralf Geisendörfer

Diese Beobachtung dürfte jeder wohl schon einmal gemacht haben: Wo Müll herumfliegt, da kommt schnell noch mehr Müll und Dreck hinzu. Dieser Trend hat sich in der Corona-Pandemie vor allem in den Grünanlagen noch einmal verstärkt, wobei sich das Problem in diesem Frühjahr mit steigenden Temperaturen und fehlenden Freizeitalternativen noch verschärfen dürfte. Viele Menschen werden ihre Osterferien in der Stadt und in der Umgebung verbringen.

 Eine hässliche Müll-Ecke in der Varresbeck.
Eine hässliche Müll-Ecke in der Varresbeck. Foto: privat

Schnelles Handeln verhindert Schlimmeres

Ein Weg, dem Problem effektiv entgegenzuwirken, ist es, Müllkippen und Dreckecken schnell bei der Stadt zu melden. Das Prinzip hat sich zum Beispiel auch bei unerwünschten Graffiti an Hauswänden und öffentlichen Gebäuden bewährt. Die Meldung ist zum Beispiel über den Mängelmelder auf wuppertal.de oder beim Ordnungsamt unter 563-4000 möglich.

 Ralf Geisendörfer ärgert sich über den Zustand.
Ralf Geisendörfer ärgert sich über den Zustand. Foto: Ralf Geisendörfer

Die WZ gibt ebenfalls entsprechende Beobachtungen und die genaue Fundstelle an die Stadt weiter. Wer sich über Müll in seiner Nachbarschaft ärgert, oder bei einem Spaziergang etwas beobachtet hat, kann dies unter der Nummer 717-2628 oder per Mail an redaktion.wuppertal@wz.de melden. Die Meldungen werden nach Dringlichkeit bearbeitet, daher kann es im Einzelfall auch etwas dauern, bis der Müll beseitigt ist.

 „Dekorative“ Plastikflaschen an der Südstraße.
„Dekorative“ Plastikflaschen an der Südstraße. Foto: Schwartz, Anna (as)

Der finanzielle Aufwand, um die städtischen Parks und Grünanlagen von Müll zu säubern, war aber schon vor der Pandemie sehr hoch. In diesem Jahr rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von 50.000 Euro, alleine um die belebten Plätze wie den Schusterplatz oder den Deweerthschen Garten von den Überbleibseln eines Wochenendes zu säubern.

 Müllberg Berliner Straße/Ecke Wichlinghauser Straße.
Müllberg Berliner Straße/Ecke Wichlinghauser Straße. Foto: Angelo Jende

Die WZ wird in den kommenden Wochen und Monaten immer wieder über das Thema Sauberkeit in der Stadt berichten. WZ-Chefredakteur Lothar Leuschen weist auf die vielen engagierten Bürger hin, die bereits in Eigeninitiative ihre Stadt in Schuss halten – auf der Hardt oder entlang der Nordbahntrasse. Diesen Vorbildern nachzueifern, lautet sein Appell: „Wir können alle etwas dazu beitragen, dass Wuppertal schöner wird, indem wir die Dinge, die am Wegesrand liegen, da nicht liegen lassen. Denn die Straßen und Plätze sind im Prinzip unser Wohnzimmer. Und wer will schon Müll im Wohnzimmer haben?“