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So entwickelt sich die Krankenhauslandschaft

Gesundheit : Mehr Ärzte, Pfleger und Patienten

analyse In Wuppertal wachsen die Krankenhäuser. Sie reagieren auf den Bedarf.

Die Krankenhäuser wachsen. In NRW wie in Wuppertal. Das geht aus Daten der Information und Technik NRW als amtlicher Statistikstelle des Landes hervor. Im Jahr 2017 wurden in den 344 nordrhein-westfälischen Krankenhäusern mehr als 4,6 Millionen Patienten vollstationär versorgt; das waren zwar 0,5 Prozent weniger als 2016. Aber seit 2000 sind die Zahlen um 600 000 gestiegen. Gleichzeitig war die Zahl der hauptamtlichen Ärzte mit 42 224 Personen um 2,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor (2016: 41 262).

In Wuppertal ist das ähnlich. Während 2016 noch 91 282 Patienten vollstationär behandelt wurden, waren es 2017 zwar 0,5 Prozent weniger: 90 866. Die geringere Zahl täuscht aber darüber hinweg, dass die Patientenzahl zuvor stark angestiegen war. Im Jahr 2000 gab es noch 75 987 Patienten, bis 2015 war die Zahl auf 87 760 gestiegen.

Die eher steigende Zahl dürfte zumindest zum Teil mit zusätzlichen Angeboten der Häuser zu tun haben. So sieht es jedenfalls Yvonne Reimer, Sprecherin des Agaplesion Bethesda Krankenhauses. Dort behandele man in einem Jahr rund 40 000 Patienten stationär und ambulant, wobei sie weder differenzierte noch Vergleichs-Zahlen aus dem Vorjahren nennt. Sie sagt jedoch, dass „in unserem Haus die Patientenzahl durch neue Gesundheitsangebote, zum Beispiel mit der neugegründeten Klinik für Neurologie“, wächst.

Die Krankenhäuser
investieren in ihr Wachstum

Auch im Klinikverbund der Cellitinnen steigt die Patientenzahl. Zuletzt hatten Petrus, St. Josef und St. Anna zusammen 23 841 stationäre Patienten (2016: 23 103). Sprecherin

Vanessa Kämper erklärt: „2015 hatten wir durch den Wegfall unserer Gynäkologie und Geburtshilfe einen leichten Rückgang der Patientenzahlen. Seit 2016 steigen die Zahlen wieder.“ Das liege etwa am demografischen Wandel und dem Angebot in der Geriatrie und Geriatrischen Rehabilitation. Dazu kämen Zuwächse in der Notfallversorgung und in der Kardiologie.

Die Patientenbringer sind dabei die, die neu eingeführt wurden oder gestärkt werden. Das Petrus Krankenhaus hat erst 2016 eine Klinik für Kardiologie bekommen, das St.  Josef soll eine Notfallambulanz bekommen.

Die Beispiele machen den Weg deutlich: Mehr Patienten durch spezialisierte, angepasste Angebote. Dafür haben auch alle Wuppertaler Kliniken zuletzt oder noch immer gut investiert, sich neu strukturiert, gar umgebaut.

Bei Helios werden dafür gar 120 Millionen investiert. Fragen zu den statistischen Werten - Ärzte, Patienten - wollte man der WZ dort aber nicht beantworten.

Der Trend geht allgemein dahin, in Bereiche zu investieren, die sich auch finanziell lohnen. Weil Krankenkassen für bestimmte Leistungen mehr zahlen als für andere.

Das muss aber nicht zwingend im Sparzwang enden. Denn hier wird trotzdem in Ärzte und Pfleger investiert. Die Zahl der Ärzte ist im Land zuletzt zwar stärker gestiegen als in den lokalen Kliniken. Ebenso wie die der Pfleger. Aber beide Zahlen steigen auch hier. 2000 gab es 506 Ärzte in Wuppertaler Krankenhäusern. 2015 waren es 809, im Jahr darauf 861 und 2017 schließlich 876. Die Beschäftigtenzahl im Pflegedienst stieg in NRW zuletzt um 0,6 Prozent auf 102 744. In Wuppertal um 0,5 Prozent auf 1512. Wobei der Wert 2000 noch bei 1844 lag. Es heißt also zumindest in der Pflege: Aufstocken nach Kürzung. Zahlen der einzelnen Häuser dazu gab es nicht.

Das Bethesda verweist auf die Gesamtzahl von 800 Mitarbeitern bei 358 Betten – und auf weiteren Personalbedarf im Pflegebereich. Auch die Krankenhäuser der Cellitinnen sagen, dass die höhere Auslastung bei den 522 Betten zu mehr Einstellungen von Ärzten und Pflegern geführt hätten. In Zahlen: 2016 gab es 913 Mitarbeiter, 2017 gab es 956.