Kurioser Erfahrungsbericht So abenteuerlich kann eine Taxifahrt nach Wuppertal sein

Wuppertal · Mit dem Taxi nach Wuppertal? Das kann schon mal etwas schwieriger werden, wie dieser Erfahrungsbericht zeigt.

Der Taxifahrer muss zusehen, wie sein liegen gebliebenes Fahrzeug abgeschleppt wird. Er hatte zuvor offenbar das falsche Fahrzeug betankt (Foto vom Fahrgast).

Der Taxifahrer muss zusehen, wie sein liegen gebliebenes Fahrzeug abgeschleppt wird. Er hatte zuvor offenbar das falsche Fahrzeug betankt (Foto vom Fahrgast).

Foto: Privat

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön – dass das auf Taxifahrten nicht unbedingt auch zutreffen muss, diese Erfahrung musste jetzt ein Wuppertaler machen (Name liegt der Redaktion vor).

Nach einem Wochenende mit Freunden war der Wuppertaler am Sonntag am Recklinghauser Hauptbahnhof gestrandet. „Nach kurzer Überlegung entschied ich mich, anstelle der S-Bahn ein Taxi nach Hause zu nehmen“, berichtet er vom Auftakt einer Reise, die zu einem Abenteuer mutieren sollte. Schon vor Beginn der Fahrt wunderte sich der Wuppertaler, dass der Recklinghauser Taxifahrer keine Kartenzahlung anbieten konnte. Doch das hielt ihn nicht auf, was er später noch bereuen sollte. Denn nicht nur die Möglichkeit zur Kartenzahlung fehlte in dem Taxi, sondern noch etwas viel Wichtigeres: genügend Benzin.

Beim Wechsel von der A43 auf die A46 verlor der Wagen plötzlich merklich an Geschwindigkeit, berichtet der Wuppertaler. „Bis wir auf der Autobahnausfahrt zum Stehen kamen.“ Nach mehreren Versuchen des nur eingeschränkt Deutsch sprechenden Fahrers, den Wagen neu zu starten, versuchte der Fahrgast, herauszufinden, wo das Problem lag. „Scheinbar habe er das falsche Auto aufgetankt und nun sei der Tank leer“, berichtet der Wuppertaler von seinem Gespräch mit dem Taxifahrer. Um von der Fahrbahn runterzukommen, rangierte der Taxifahrer den Wagen rückwärts in einen Graben.

Am Ende musste der Abschleppwagen gerufen werden

Da es dem Taxifahrer nicht gelang, seiner Zentrale zu erklären, was geschehen war, übernahm der Wuppertaler das Telefon und klärte die Situation auf. Daraufhin entschloss sich die Taxizentrale, einen Kollegen aus Dortmund mit einem vollen Benzinkanister zu schicken. Dieser sollte in etwa 30 Minuten da sein. Also hieß es warten. Doch wer zunächst auftauchte, war die Polizei. „Nach kurzer Klärung der Situation verließ uns die Polizei wieder.“ Die Polizei bestätigte auf WZ-Nachfrage einen Einsatz bei einem liegen gebliebenen Fahrzeug auf der Autobahn.

Gemeinsam warteten Taxifahrer und Fahrgast auf den Kollegen aus Dortmund, der jedoch nicht auftauchte. Nachforschungen ergaben, dass es dem Dortmunder Taxifahrer nicht gelang herauszufinden, wo genau sich die beiden Gestrandeten befanden. „Nach einigem hin und her bekam ich wieder das Handy in die Hand gedrückt und mir wurde mitgeteilt, die Abfahrt A43/A46 sei nicht zu finden und die Koordinaten hätten ihn stattdessen in einen Wald geführt.“ Das hatte der Dortmunder Taxifahrer offenbar auch der Polizei erklärt, die inzwischen erneut erschienen war und versuchte, die Angelegenheit zu klären. „Der Polizist konnte mir relativ detailliert erklären, wo sich der Fahrer befand, der bis zum bitteren Ende die Ausfahrt von der A43 zur A46 nicht finden konnte“, erzählt der Wuppertaler weiter.

Am Ende wurde ein Wuppertaler Abschleppdienst gerufen, der das gestrandete Taxi einschließlich Fahrer und Fahrgast zur nächstgelegenen Tankstelle fuhr. Die Taxifahrt musste der Wuppertaler bis zum Zeitpunkt, an dem das Fahrzeug liegen blieb, bezahlen, bekam von der Taxizentraler aber 20 Prozent Rabatt gewährt.