1. NRW
  2. Wuppertal

Sillerstraße in Wuppertal: Anwohner ärgern sich über Parkverbote

Verkehr : Sillerstraße: Ärger über Parkverbote

Nur temporäre Einrichtung: Stadt wehrt sich gegen Kritik der Anwohner.

Viele Anwohner der Sillerstraße dürften drei Kreuze machen, wenn am 14. Februar, so zumindest ist es geplant, der Deutsche Ring wieder freigegeben wird. „Wir hoffen, dass es bei dem Termin bleibt“, sagt Anja Pannek. Sie und viele Nachbarn sind genervt, weil die Sperrung des Deutschen Rings – dort hatte sich Ende November ein Loch aufgetan – massive Auswirkungen auch auf die Sillerstraße hat: Weil dieser Bereich aktuell die einzig mögliche Feuerwehr- und Rettungsdienstzufahrt ist, mussten Halteverbote eingerichtet werden. In dem Quartier, wo Parkplätze Mangelware sind, ein großes Problem, klagen Anwohner.

Zudem nutzten viele Autofahrer die nun breitere Straße als „Rennstrecke“. An Tempo 30, wie vorgegeben, würden sich viele nicht halten. Die Stadt, so der Vorwurf, würde aber nur Falschparker kontrollieren, nicht aber die Geschwindigkeit.

Mehrfach wandten sich Pannek und ihr Nachbar Dirk Weigandt an die Stadt, Mitstreiterin Karina Pedde sammelte sogar Unterschriften – aus ihrer Sicht aber ohne Erfolg. Die Halteverbote bleiben bestehen, bekräftigte die Stadt auch noch einmal gegenüber der WZ. Dass sie ganz aufgehoben werden, sei gar nicht das Ziel, sagen Pannek und Weigandt. „Aber zumindest ab 17 Uhr müsste man wieder parken dürfen.“ Pannek ist Hebamme, hat als solche Bereitschaftsdienste und muss schnell an ihrem Auto sein, mitunter auch nachts. Aktuell sei das aber kaum möglich. Andere Anwohner hätten berufsbedingt ähnliche Probleme.

Stadtsprecherin Martina Eckermann weist aber noch einmal darauf hin, dass gerade der Zeitraum ab 17 Uhr, wenn alles vollgeparkt wäre, der besonders heikle ist. „Die Rettungswege für die Anwohner der gesamten Siedlung waren ohne Halteverbote nicht gesichert.“ Problematisch seien vor allem die Kurvenbereiche. „Bei zugeparkten Seiten sieht man nicht, wer einem entgegen kommt. Da es sowohl im Brandfall für einen Löschzug als auch etwa bei der Versorgung eines Akut-Infarktpatienten in Lebensgefahr ausgeschlossen sein sollte, dass dort über Bürgersteigkanten rangiert oder erst der Begegnungsverkehr abgewartet werden muss, wurden die Halteverbote als Rettungswege eingerichtet.“

Die gesamte Beschilderung, auch der Umleitungen, sei mehrfach nachgebessert worden, so Eckermann, die auch ausdrücklich von einer „temporären und befristeten Lösung“ spricht. Daran zweifelten Anwohner zuletzt, weil die Stadt zum Beispiel die Stangen der Halteverbotsschilder einbetonieren ließ. Das habe aber einen ganz einfachen Hintergrund, über den sich Eckermann ärgert: „Die Rettungswegbeschilderung wurde teilweise mehrmals am Tag mit Seitenschneidern gewaltsam aus den Halterungen gerissen, demontiert und musste daher regelmäßig durch das Absicherungsunternehmen auf Kosten der Steuerzahler wieder aufgestellt werden.“ Das sollte nun durch die feste Montage für die gut vier letzten Wochen der Sperrung verhindert werden.

Stadt verteilte
irrtümlich Knöllchen

Parkverstöße würden geahndet, bestätigt Eckermann. Auch die Geschwindigkeit würde überwacht werden. Sowohl im Dezember als auch Januar habe es Kontrollen gegeben. „Natürlich sporadisch und nicht dauerhaft, so wie überall.“

Fünf Knöllchen wegen Falschparkens muss die Stadt aber zurücknehmen. Weil, so Eckermann, sich Anwohner bei Politessen  vor Ort gemeldet und sich über vermeintlich verbotswidrig geparkte Autos auf der Wiese neben der Halteverbotszone beschwert hatten, verhängten sie Verwarnungen. „In der Annahme, dass es sich um eine öffentliche Fläche handelt“, so Eckermann. Dem ist aber nicht so. „Es ist Privatbesitz“, erklärt Pannek. Die Wiesen gehören dem Eigentümer der angrenzenden Häuser und der hätte nichts gegen das Parken gehabt.