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Wuppertal: Sicherheitspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt: Seit’ an Seit’ für mehr Sicherheit

Wuppertal : Sicherheitspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt: Seit’ an Seit’ für mehr Sicherheit

Polizei und städtisches Ordnungsamt setzen ihre Partnerschaft fort. Den neuen Döppersberg sehen die Partner als Herausforderung an.

Wuppertal.Elberfelds Innenstadt verändert sich, aber Bewährtes soll bleiben. Gestern haben die scheidende Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher und Ordnungsdezernent Matthias Nocke (CDU) die Fortsetzung der Partnerschaft von Polizei und Stadt unterzeichnet. Deren Ziel ist es, auch in Zukunft das Sicherheitsempfinden der Bürger im neuen Zentrum Wuppertals zu erhöhen.

Wuppertal: Sicherheitspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt: Seit’ an Seit’ für mehr Sicherheit
Foto: A. Fischer

„Wir freuen uns, dass wir das weiter mit der Stadt zusammen machen können“, sagte Radermacher. „Wir sind auf diese Kooperation angewiesen. In manchen Angelegenheiten sind wir ja auch nicht zuständig.“

Das geht der Stadt umgekehrt ebenso. Weshalb auch Nocke die Fortsetzung der aus seiner Sicht über die Jahre sehr erfolgreichen Zusammenarbeit begrüßt: „Dafür sind wir der Polizeipräsidentin sehr dankbar.“

Matthias Nocke, Ordnungsdezernent, über den neuen Standort für das Café Cosa

Für die Zukunft rechnen die Partner mit neuen Herausforderungen durch den Umbau des Döppersbergs. „Wir haben eine Drogenszene. Die gehört leider zu einer Großstadt. Wie sich das geplante Café Cosa im Wupperpark Ost auswirkt, müssen wir sehen. Wir werden auf jeden Fall Präsenz zeigen“, sagte Radermacher. Sie sprach sich wie Nocke ausdrücklich für Angebote an Drogen- und Alkoholabhängige aus.

„Der Stadtrat hat das Café Cosa an dieser Stelle mit großer Mehrheit beschlossen. Die Verwaltung hat diesen Beschluss umzusetzen“, sagte Nocke. „Es gibt keine drogenfreie Innenstadt. Deshalb ist die Konzeption, niederschwellige Angebote zu machen, richtig. Im Hinblick auf das Grundstück habe ich Bedenken“, sagte der Ordnungsdezernent.

Ziel des neuen Döppersbergs sei, mit einem besseren ÖPNV, barrierefrei und optisch ansprechend, ein neues, ansprechendes Eingangstor zu einer westlichen Großstadt zu schaffen. Dazu gehöre auch die Berücksichtigung des subjektiven Sicherheitsempfindens der Bürger. „Das ist der freqeuntierteste Punkt in der Stadt. Und dort wird es eben auch das Café Cosa geben. Damit müssen wir umgehen“, sagte Nocke. „Natürlich werden wir das Gebiet bestreifen.“

Birgitta Radermacher, scheidende Polizeipräsidentin

Neben dem neuen Elberfelder Zentrum hat Birgitta Radermacher unter anderem den Berliner Platz im Blick. Der hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Drogenumschlagsort entwickelt. Dem will die Polizei mit einer mobilen Wache begegnen, die in der Erprobungsphase ist. Erste Erfahrungen scheinen das Konzept zu bestätigen. „Wir werden demnächst einen neuen Wagen zu einer mobilen Wache umbauen. Und so eine Wache wird es in Zukunft nicht nur am Berliner Platz geben“, sagte Radermacher, die am 1. September nach Düsseldorf ins Amt der Regierungspräsidentin wechselt. Wer ihr nachfolgt, ist noch nicht bekannt.

Dass die Arbeit der Polizei sich nicht auf Streifendienst und mobile Wachen beschränkt, machte Polizeichef Arno Weise deutlich. „Drogenkonsum ist in Deutschland nicht strafbar. Drogenbesitz schon. Gegen den Handel sind wir auch in Zivil unterwegs.“

Die Sicherheitspartnerschaft ist seit Jahren geübt. Sie geht so weit, dass Auszubildende beim Ordnungsdienst drei Monate ihrer Lehrzeit im Wach- und Wechseldienst der Polizei verbringen. Insgesamt verfügt die Stadt derzeit über 38 Mitarbeiter im Ordnungsdienst, zwei weitere sollen hinzukommen. „In der Öffentlichkeit werden unsere 44 Politessen häufig mit dem Ordnungsdienst verwechselt. Da müssen wir die Uniformen womöglich einmal mit dem Schriftzug Verkehrsüberwachung ausstatten“, sagte Nocke.

Die gemeinsamen Streifen kümmern sich unter anderem um Gaststätten- und Gewerbekontrollen, sie sind auf Festen unterwegs, setzen Rechtsvorschriften wie etwa das Landeshundegesetz durch und machen es nicht zuletzt durch bloße Anwesenheit Drogenhändlern ungemütlich. Das Ganze geschieht in Früh- und Spätschichen von Montag bis Samstag.