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Sibyl Quinke geht auf Reisen

Sibyl Quinke geht auf Reisen

Autorin hat ihren vierten Wuppertal-Krimi und ein Buch über die Mongolei veröffentlicht.

Elberfeld. Gleich zwei neue Bücher sind von der Wuppertaler Autorin Sibyl Quinke in diesem Jahr erschienen: ein dritter Krimi und ein Reisebericht. Der Krimi führt die Leser bis nach Südfrankreich, der Reisebericht in die Mongolei. Lesestoff mit Lerneffekt sind beide Werke.

Im Krimi ist es diesmal wieder Gift, mit dem die pharmazeutisch vorgebildete Autorin das Leben ihres Opfers beendet: Jost ist künstlerisch begabt, aber ein wenig schwach. Und deshalb seiner Freundin Paula, einer Powerfrau und Inhaberin eines fiktiven Parfüm-Unternehmens in Wuppertal, nicht gewachsen.

Er stirbt nach dem Verzehr einer denkbar exotischen Mahlzeit: einem Kugelfisch. Hat seine Lebensgefährtin, die angesichts seines Todes so wenig berührt ist und nur ihr neues Parfüm im Kopf zu haben scheint, ihn aus dem Weg geräumt? Oder der Mann, dessen Platz Jost eingenommen hatte und der eifersüchtig darauf bedacht ist, seine Stellung bei Paula wieder zu festigen? Oder gar die Geliebte, die Jost stets aufbaute, wenn er unter Paulas Launen litt, deren Wunsch nach einer offiziellen Beziehung er aber ablehnte?

In Rückblenden erfahren die Leser, wie sich das Beziehungsgeflecht entwickelt hat — und wie sich Jost in die Welt der Parfümherstellung einarbeitete. Sie begleiten ihn bis nach Südfrankreich und lernen mit ihm, was einen guten Duft ausmacht. Die Aufklärung seines rätselhaften Todes ist dann für die Leser weniger überraschend als für das Ermittlerteam um die Kommissare Dick und Bresniak, das diesmal eine kleinere Rolle spielt.

Spannend auf ganz andere Art ist der Bericht, den Sibyl Quinke über zwei Reisen in die Mongolei verfasst hat. Zweimal ist sie jeweils mit einer Reisegruppe durch das ferne Land gereist, das sich gerade erst entwickelt. Sie hat in Jurten geschlafen und die endlose Steppe erlebt. Hat bäuerliche Familien und kreative junge Leute kennengelernt.

Sie berichtet von beeindruckenden Naturerlebnissen wie duftenden Wiesen oder einem endlosen Sternenhimmel und mit Ironie von den kleinen Nöten, die die Gruppe angesichts fehlenden Komforts aushalten muss. Sie beobachtet die Menschen, denen sie begegnen, und spürt, wie schnell sich das Land in kurzer Zeit verändert.