1. NRW
  2. Wuppertal

Shootingstar leitet das fünfte Sinfoniekonzert in Wuppertal

Orchester : Shootingstar leitet das fünfte Sinfoniekonzert

Patrick Hahn ist erst 24 Jahre alt, stand aber bereits vor einigen berühmten Orchestern.

Er gilt als Shootingstar in der Dirigentenszene. 24 Jahre ist Patrick Hahn alt, hat aber innerhalb von ein paar Jahren schon sehr viel erreicht: Er stand bereits vor berühmten Orchestern wie den Münchner Philharmoniker, dem Gürzenich-Orchester Köln, der NDR Philharmonie und der Dresdner Philharmonie am Dirigentenpult. Nun ist er seit Dienstagabend zum ersten Mal im Tal und bereitet sich mit dem Sinfonieorchester Wuppertal auf das fünfte Sinfoniekonzert vor, das er am 19. Januar um 11 Uhr und am 20. Januar um 20 Uhr im Großen Saal der Stadthalle leiten wird. Ein wohl allseits bekanntes Werk und zwei zeitgenössische Kompositionen stehen dann auf dem Programm.

Mit der 5. Sinfonie (bekannt als „Schicksalssinfonie“) Ludwig van Beethovens werden hier die Feiern anlässlich des 250. Geburtstags des Komponisten eingeläutet. Hahn hat sie noch nie dirigiert. Er kennt sie aber wie wohl jeder Klassikfan. Für ihn ist es ein sehr „beladenes Stück“, das sich nicht nur auf die ersten vier, „ta-ta-ta-taaa“ genannten Töne beschränkt. Einen „sehr positiven Eindruck“ hat er in diesem Zusammenhang nach drei Proben vom städtischen Orchester. Auf Anhieb gefiel ihm etwa bei den Proben an dieser c-Moll-Sinfonie die Streichergruppe.

Zuvor erklingt als Wuppertaler Erstaufführung „open doors“ des deutschen Komponisten Bernd Franke, entstanden anno 2002. Darin geht es musikalisch um eine U-Bahn in New York. Solistisch kommt ein Bandoneon (in Wuppertal ein Akkordeon) zum Einsatz, das hier aber die Klischees etwa als Tangoinstrument nicht erfüllt. Franke hat sich intensiv damit beschäftigt und stellt in diesem Werk dessen klangliche Möglichkeiten in den Vordergrund. Solist wird der renommierte Akkordeonspieler Teodoro Anzellotti sein. Notwendig sind hier, so Hahn, eine genaue Arbeit an der komplizierten Rhythmik und den aleatorischen Strukturen.

Hohe Konzentration ist nötig, damit nichts daneben geht

Die beiden Konzerte beginnen richtig fetzig mit dem nicht ganz fünfminütigen „Short Ride in a Fast Machine“ aus dem Jahr 1986 von John Adams für großes Orchester. Trotz der Kürze und des schnellen Tempos des Stücks muss laut Hahn alles „ganz genau“ sein. Hohe Konzentration ist notwendig, damit nichts daneben geht.

Für Hahn haben die drei Programmnummern eins gemeinsam: Es geht um ein Eingesperrtsein in welcher Form auch immer, sei es ganz individuell, persönlich oder etwa unter einer Diktatur. Diese Gefangenschaft ist erst mit der ersten Note des Finalsatzes der Beethoven-Sinfonie zu Ende. Dann öffnet sich zum Schluss alles.

Patrick Hahns Karriere verlief nicht alltäglich. Er gewann keine Wettbewerbe und fing bis auf ein Jahr an der Staatsoper Hamburg seine Laufbahn nicht als Korrepetitor und Kapellmeister an. Sie begann bei ihm ganz anders, nämlich als er als Einspringer sein umjubeltes Debüt beim Luzerner Sinfonieorchester gab. Danach ging es „unerwartet schnell“. Ganz konkrete Ziele, etwa Chef eines Orchesters zu werden, hat er noch nicht. Für ihn ist der jetzige Gang der Dinge „schön“. „Ziele ergeben sich“, so Hahn.