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Service oder Altpapier?

Service oder Altpapier?

Telefonbücher landen unaufgefordert im Hausflur — eine WZ-Leserin ärgert das. Für sie ist das unnötige Ressourcenverschwendung.

Wuppertal. Guter Service oder lästiges Ärgernis? Vor kurzem haben viele Wuppertaler wieder die aktuellen Telefonbücher erhalten — frei Haus direkt geliefert. Viele, viele Seiten mit noch mehr Namen. Doch im Gegensatz zur abonnierten Tageszeitung freut sich über diese Lieferung nicht jeder: Eine WZ-Leserin, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen will, wirft die Bücher direkt ins Altpapier. „Wer braucht heute noch ein Telefonbuch?“, fragt sie empört. Ihre Familie schaue alles im Internet nach.

Sie ist besonders genervt, weil ihre beiden erwachsenen Kinder im selben Haus wohnen und sie deren Telefonbücher gleich mit entsorgt — und die für die leerstehende Wohnung auch. Das macht insgesamt acht Telefonbücher, die ungenutzt in den Altpapier-Container wandern. „Wer zahlt das und wer trägt die Konsequenzen für die Umweltverschmutzung?“, fragt sie.

Anne Wormland-Ciechanowicz, Umwelt-Beraterin bei der Verbraucherzentrale, kennt ähnliche Beschwerden. Ein Bürger habe sogar mal berichtet, dass mehr Telefonbücher geliefert wurden, als Parteien in einem Haus leben. Sie als Umweltberaterin störe es ebenfalls, dass so viel Papier unnötig bedruckt wird.

Organisiert wird der Telefonbuchversand von DeTeMedien, einer Tochter der Telekom. Hergestellt werden die Verzeichnisse von 107 Verlagen deutschlandweit. Die Wuppertaler Telefonbücher kommen vom Sutter Verlag in Essen und haben eine Auflage von 205 800 Stück. Die Gelben Seiten Wuppertal und Wüfrath kommen vom Schwan Verlag in Düsseldorf, davon werden 216 400 gedruckt. Unter welchen Umständen sie verschickt werden oder im Postamt ausliegen, dazu wollte die DeTeMedien keine Auskunft geben.

Dort heißt es: „Grundsätzlich wird diese Verteilung von den Verbrauchern positiv aufgenommen.“ Man vertritt die Meinung, dass gedruckte Verzeichnisse eine hohe Akzeptanz genießen. Eine aktuelle Studie zeige, dass 79 Prozent der Bürger Gedrucktes zur Hand nehmen, um private Kontakte oder Einkaufsmöglichkeiten zu finden. Auch als Werbemittel seien sie wichtig, gerade für kleine Firmen, die noch keine Internetseite haben — ein Hinweis auf die Finanzierung der Bücher.

Wer das Telefonbuch im nächsten Jahr nicht mehr in seinem Briefkasten oder Hausflur finden möchte, könne den Verlag kontaktieren, so die Auskunft — die Adresse finde der Verbraucher im Impressum des Telefonbuchs.