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Senioren helfen sich selbst

Senioren helfen sich selbst

Ehrenamt Seit einem Jahr gibt es das Netzwerk „Senioren für Senioren“. Offenbar funktioniert es prächtig.

Wuppertal. Margret Hahn ist in ihrem Stadtteil schon lange bekannt - als Vorsitzende im Bürgerverein Langerfeld ist sie häufig Ansprechpartnerin für Senioren. Seit einem Jahr steht sie nun auch als eine von 16 ehrenamtlich tätigen Seniorenberatern älteren Menschen bei Fragen zur Sicherheit im Straßenverkehr, Brandschutz oder Kriminalprävention zur Seite.

Am 1. Juli 2007 ging das Projekt "Senioren für Senioren" in Wuppertal an den Start. Gestern stellte Thomas Kittler vom Kommissariat Verhaltensprävention eine erste Bilanz vor: Bei insgesamt 149 Veranstaltungen wurden 2800 Senioren erreicht, in Einzelgesprächen insgesamt 79alte Menschen beraten. "Diese Anzahl an Senioren wäre von der Polizei niemals erreicht worden", kommentiert Kittler die Zahlen. Dabei könnten gerade ältere Menschen wegen ihrer Gutgläubigkeit schnell zu Opfern werden.

Margret Hahn kennt die Sorgen der Senioren. In Gesprächskreisen treten immer häufiger Fragen zu den sogenannten Haustürgeschäften in den Mittelpunkt. "Die Leute wissen einfach nicht, wie sie sich verhalten sollen, wenn da plötzlich jemand vor der Tür steht. Senioren haben dann aber auch häufig nicht das Selbstbewusstsein, einfach Nein zu sagen", sagt Hahn. Der Erfahrungsaustausch in der Gruppe stärke dann aber das Selbstbewusstsein und führe zu der Einsicht, dass Vorsicht in jedem Fall besser sei, als höflich zu wirken.

Ein vorsichtiger Umgang, um nicht übers Ohr gehauen zu werden, solle dabei aber nicht soweit gehen, dass ältere Menschen sich nicht mehr aus dem Haus trauen. Viele Senioren hätten zudem Berührungsängste, die Polizei einzuschalten, weil sie mögliche Kosten fürchten. "Wir erklären, dass bei einem berechtigten Verdacht, mit keinen Konsequenzen zu rechnen ist", so Hahn.

Als Ansprechpartner bei Problemen steht Ü50-Berater Hartmut Stöppel auch mit seiner privaten Telefonnummer zur Verfügung. "Wir sind Vermittler. Wenn jemand Probleme hat, aber nicht weiß, wohin mit seinem Anliegen, stellen wir den Kontakt her", sagt Stöppel.

In einer Schulung der Wuppertaler Polizei haben die ehrenamtlichen Berater ein Basiswissen zu den unterschiedlichen Präventionsbereichen vermittelt bekommen. "Natürlich können wir keine Fachleute ausbilden. Die Seniorenberater wissen aber, an wen sie vermitteln müssen, um Fragen aus dem Weg zu räumen", erklärt Kittler.

Dass Prävention gerade bei älteren Menschen eine große Relevanz hat, merken die Berater in ihren Gesprächen. "Zurzeit hapert es allerdings an der Öffentlichkeitsarbeit", bedauert Stöppel. "Wir müssen noch mehr auf uns aufmerksam machen". Nach dem Erfolg in Wuppertal geht das Projekt nun auch in Solingen an den Start.