Seite an Seite gegen die Forensik-Pläne

Seite an Seite gegen die Forensik-Pläne

Rund 700 Teilnehmer bei der Menschenkette auf Lichtscheid. „Ansichtskarten“ für die Ministerin.

Wuppertal. 500 Protestpostkarten ließen die Organisatoren der Bürgerinitiative „Keine Forensik auf Lichtscheid“ aus Anlass der Menschenkette drucken, die am Samstag rund 700 Demonstranten am Samstag zwischen dem Wasserturm und der Jugendvollzugsanstalt (JVA) bildeten. Die „Ansichtskarten aus Wuppertal“ — sie zeigen per Luftaufnahme die räumliche Nähe zwischen dem möglichen Forensik-Standort an der Müngstener Straße und der JVA — waren schnell vergriffen. Und so dürften bei NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens in den kommenden Tagen einige „Grüße aus Wuppertal“ im Postfach landen.

„Wuppertal schultert genug! Verteilungsgerechtigkeit beachten, Frau Steffens, lautete die zentrale Botschaft dieser Karten, der Menschenkette und auch der symbolischen roten Karten, die wie im Sport gezückt wurden.

Den Teilnehmern gelang es zwar nicht, die 1500 Meter Entfernung zwischen dem möglichen Standort für die forensische Einrichtung und der JVA lückenlos zu schließen, aber die Botschaft kam auch ohne Ansprachen und das skandieren von Parolen wie gewünscht rüber.

Holger Rabanus, der als Demonstrant und Ordner im Einsatz war, sprach vielen aus dem Herzen als er sagte: „Wuppertal hat schon genügend Einrichtungen dieser Art.“ Ein Argument, das auch für Jürgen Bethke und Bernd Sieg von entscheidender Bedeutung ist. Doch auch bei ihnen schwingt die Sorge mit, dass Ministerin Barbara Steffens bei ihrer Entscheidung eine andere Gewichtung vornimmt und die Lösung wählt, die am schnellsten umzusetzen ist. Grundsätzliche Sorgen äußern Dirk Rexfort sowie Carl und Helga Peddinghaus wegen der Nähe des Standortes Müngstener Straße zur Wohnbebauung.

Eine Fotomontage stellt auf Transparenten dar, wie nahe die Gefängnismauern an die Wohnhäuser rücken würden. „Wir würden auf eine fünf Meter Hohe Mauer schauen“, befürchtet Carl Peddinghaus. Und Dirk Rexfort möchte sich nicht vorstellen, dass kleine Kinder in einem solchen Ambiente aufwachsen würden. „Wo Menschen das verhalten von Menschen beurteilen, wird es Fehler geben. Dass etwas bei Freigängern passiert, lässt sich nicht hundertprozentig ausschließen.“

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