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Seit elf Jahren vermisst: Neue Ermittlungen im Fall Brauch

Seit elf Jahren vermisst: Neue Ermittlungen im Fall Brauch

Es gibt keinen Tatort und keine Leiche. Dennoch geht die Polizei davon aus, dass Bernd Brauch tot ist - ein anonymer Briefeschreiber behauptet das.

Wuppertal. Es ist einer der mysteriösesten Kriminalfälle im Land: Vorelf Jahren, am 27. Juni 1997, verschwand der Wuppertaler GeschäftsmannBernd
Brauch spurlos. Vier Wochen danach fanden Ermittler sein Autoin einem Düsseldorfer Altstadt-Parkhaus, doch von dem damals58-Jährigen fehlte weiterhin jede Spur.

Es gab keine Kontoabhebungen, keineKontakte zu Familienmitgliedern und Bekannten, keine Telefonate zu anderen.Einen Tatort oder eine Leiche hat die Kripo bis heute nichtgefunden.

Dennoch ermittelt jetzt die Mordkommission. Die Fahnder gehendavon aus, dass der Textilfabrikant getötet worden ist. Grund für dieseAnnahme sind unter anderem mehrere anonyme Briefe, in denen von einemGewaltverbrechen
die Rede ist.

Die Schreiben wurden über die vergangenenJahre verteilt sowohl an die Staatsanwaltschaft und Polizei, als auch an dasUmfeld eines Mannes verschickt, der in den Schreiben beschuldigt wird, Brauchgetötet zu haben. Gegen den Mann war zwischenzeitlich bereits ermitteltworden, das Verfahren wurde allerdings eingestellt: Ihm konnte keineBeteiligung am Verschwinden Brauchs nachgewiesen werden.

Immer wiederhatte die Polizei in den vergangenen Jahren den Fall Brauch auf dem Tisch.Nun aber erhoffen sich die Ermittler durchschlagende Erfolge. Vor allem neuekriminaltechnische Untersuchungsmethoden sollen Licht ins Dunkel bringen.

Sowerden derzeit im Labor Bodenerde und Zigarettenkippen aus dem Auto untersucht, Kriminaltechniker haben sich auf die Suche nach kleinsten Spurenträgern begeben, von denen sie womöglich die DNS eines möglichen Tätersisolieren können.

Außerdem hofft das Kommissariat 11 darauf, dass sichauch nach all den Jahren Zeugen melden, die etwas zum Verschwinden und dermutmaßlichen
Ermordung des Geschäftsmannes sagen können. "Uns würde essehr weiterhelfen, wenn sich der anonyme Briefe-Schreiber offenbarenwürde",
sagt Ermittler Wolfgang Heuschen.

In einem der Briefe hatte derVerfasser zu seinen Anschuldigungen gegen den zwischenzeitlichVerdächtigen geschrieben: "Das ist die Wahreheit und nichts als die Wahrheit. Ich bin nur zu feige, mich mit Namen zu melden".

Die Polizei, KK 11, bittet um sachdienliche Hinweise unter der
Telefonnummer 0202/284-0.