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Seit 50 Jahren befördert Sonnenschein Menschen mit Behinderung

Seit 50 Jahren befördert Sonnenschein Menschen mit Behinderung

Das Wuppertaler Unternehmen ist einst als Familienbetrieb gestartet. Heute werden Senioren zur immer größeren Zielgruppe.

Wuppertal. Der Weg zur Tagespflege, die Beförderung zum Arzt oder die Fahrt in die Förderschule: Wenn es darum geht, mobilitätseingeschränkte oder behinderte Menschen zu transportieren, fällt im Bergischen der Name Sonnenschein.

Das Wuppertaler Unternehmen, einst als Familienbetrieb gestartet, blickt auf mittlerweile 50 Jahre Firmengeschichte zurück. Viel hat sich in dem halben Jahrhundert für das Serviceunternehmen verändert, das rund 6000 Fahrgästen täglich mehr als „nur“ Beförderung biete, wie Geschäftsführer Harald Böning im Gespräch mit der WZ schildert. Denn insbesondere die älter werdende Gesellschaft will mobil bleiben, trotz körperlicher oder geistiger Einschränkungen. „Wir fahren mittlerweile für viele Tagespflegeeinrichtungen, beispielsweise für Diakonie, Caritas oder DRK“, sagt Böning.

Und nicht nur dabei gehe es um weit mehr „als den Transport von A nach B“. Denn Senioren hätten spezielle Anforderungen, „beispielsweise beim Thema Beweglichkeit oder der Orientierung“.

Ein großer Markt, „in dem wir weiter wachsen wollen“, sagt Böning. „Allerdings wird das nur funktionieren, wenn man auch entsprechende Qualität bietet.“ Ganz wichtig sei dabei, „dass Mitarbeiter noch besser im Umgang mit Demenz geschult werden, über medizinische Grundlagen verfügen und auch sonst noch mehr Service bieten“. Den reinen Transport könnten in Zukunft wohl auch fahrerlose Mobile bestreiten, so der Sonnenschein-Geschäftsführer. „Aber den Menschen an der Tür abholen, sich um ihn kümmern und in seine Wohnung begleiten, das können sie nicht.“

Seine Anfänge nahm das Unternehmen im Jahr 1967. Damals gründete das Wuppertaler Ehepaar Sonnenschein auf dem Dönberg ein Transportunternehmen für Menschen mit Behinderung. „Es gehörte damit zu den Pionieren in diesem Markt“, würdigt auch die Wuppertaler Wirtschaftsförderung anlässlich des Jubiläums in einer Mitteilung: „Zu den ersten Kunden gehörten die Lebenshilfe, die Troxler-Schule sowie die Werkstatt für angepasste Arbeit.“ Diese Einrichtungen zählten heute noch genauso zu den Kunden wie viele weitere Wegbegleiter.

Die Fluktuation sei vergleichsweise gering, viele Mitarbeiter hielten dem Unternehmen — einer gemeinnützigen Gesellschaft — seit Jahren die Treue, sagt Harald Böning. Ebenso pflege man zu zahlreichen Beförderungskunden lange, vertrauensvolle Kontakte. Inzwischen wurde mehrfach umgezogen und man habe sich vergrößert. Böning: „Wir werden in diesem Jahr die Schwelle von sieben Millionen Euro Umsatz erreichen.“ Das sei mehr als eine Verdopplung in den letzten fünf Jahren. In Wuppertal sei das Unternehmen zwar „tief verwurzelt“, aber zu den Hauptfahrgebieten gehörten längst auch das südliche Ruhrgebiet und Düsseldorf.

Vielfältig stellten sich die zu befördernden Gruppen dar: Man fahre Schulkinder, beispielsweise in Remscheid, genauso aber auch Förderschüler und kleine Gäste des heilpädagogischen Kindergartens. „Unsere Kernkompetenz liegt aber nach wie vor in der Beförderung von erwachsenen Menschen mit Behinderung“, betont Böning. „Und das wird wohl auch noch auf lange Zeit so bleiben.“