Seilbahn: Bürgerverein Südstadt will neutrale Haltung überdenken

Kritik : Seilbahn: Bürgerverein will Haltung überdenken

Vorsitzender zweifelt, dass im Zuge des Projekts eine Brücke in die Südstadt realisiert wird.

. Überrascht sei er gewesen, sagt Ralph Hagemeyer. Und das nicht positiv. In der WZ las der Vorsitzende des Bürgervereins Elberfelder Südstadt, dass WSW mobil-Chef Ulrich Jaeger versichert habe, im Zuge des Baues der Talstation der Seilbahn sei die Möglichkeit vorgesehen, dass eine Brücke diese Talstation mit der Südstadt verbinden werde. Auf diese Weise erhielten die Südstädter eine barrierefreie Direktverbindung in die Innenstadt. Um diese Verbindung kämpft der Bürgerverein seit Jahren, betont Hagemeyer, bislang vergeblich. Dass die Äußerungen Jaegers den Vorsitzenden aber wenig froh stimmen, liegt an seinen weiteren Ausführungen. Die Brücke müsste nämlich die Stadt bauen. Und dafür sieht Hagemeyer wenig Chancen.

„Was sollen wir denn damit anfangen? Die Stadt würde die Brücke natürlich leider nicht bauen“, ist er überzeugt. „Ebenso wie sie trotz des einstimmigen Beschlusses des hierfür allein zuständigen Hauptausschusses vom 10. Juli 2013 keine Anstalten macht, wenigstens ein Kostengutachten zum Bau des Aufzuges vom Hauptbahnhof zur Distelbeck in Auftrag zu geben.“ Die Begründung der Stadt auch gegenüber der WZ waren immer wieder die fehlenden Mittel, das Gutachten zu finanzieren. Zumal es gar nicht sicher sei, ob so ein Projekt überhaupt gefördert würde.

„Die Brücke würde - aus Südstädter Sicht - auch dem gleichen Zweck dienen wie der Aufzug, nämlich eine barrierefreie Verbindung von der Südstadt zum Bahnhof und zur Innenstadt. Wieso soll beim Bau der Talstation der etwaigen Seilbahn durch die WSW dann doch Geld der Stadt für wenigstens das Kostengutachten zum Bau der Brücke da sein?“, fragt Hagemeyer.

Der Bürgerverein habe sich bisher hinsichtlich des Seilbahnbaues neutral verhalten, „auch um unser Ziel einer barrierefreien Verbindung der Südstadt mit dem Hauptbahnhof und der Innenstadt vielleicht auf diese Weise verwirklicht zu sehen.“ Wenn es aber jetzt heiße, die WSW wolle mit dem Bau der Brücke nichts zu tun haben — und die Stadt hat uns den Brückenbau bisher nicht zugesagt —, müssen wir überlegen, ob wir unsere neutrale Haltung zum Seilbahnbau noch aufrecht erhalten wollen“, erklärt Hagemeyer.

Aus dem Rathaus heißt es auf WZ-Anfrage, dass zum jetzigen Zeitpunkt, an dem es ja noch nicht einmal ein klares „Ja“ oder „Nein“ zur Seilbahn gibt, noch keine Aussage zum Thema Brücke getroffen werden könne. est

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