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Seelsorgebereich in Wuppertal steht vor großen Veränderungen

Kirche : Seelsorgebereich in Wuppertal steht vor großen Veränderungen

Stadtdechant Bruno Kurth spricht über die Herausforderung.

Am Sonntag wurden in den katholischen Seelsorgebereichen auf den Südhöhen sowie in Vohwinkel und Sonnborn gravierende personelle Veränderungen bekanntgegeben. Nach langjährigem Dienst auf den Südhöhen wird Pfarrer Winfried Breidenbach im Sommer in den Ruhestand treten. 2021 wird auch Gemeindereferentin Cordula Krause in den Ruhestand gehen und Pastoralreferent Markus Boos die Stelle wechseln.

Überraschend kam für die Gemeinden im Wuppertaler Westen die Nachricht, dass Pfarrer Dirk Baumhof im Sommer Wuppertal verlassen wird, um im Bistum Köln eine andere Aufgabe zu übernehmen. Baumhof ist seit Dezember 2016 leitender Pfarrer der Gemeinden im Wuppertaler Westen. Ebenfalls wechselt Kaplan Snethlage die Stelle. Beide Pfarrerstellen, auf den Südhöhen und im Westen, werden in diesem Jahr laut katholischer Kirche nicht wieder besetzt werden. Es werde zunächst eine Übergangslösung geben.

Das Erzbistum Köln rechnet damit, dass 2030 erheblich weniger Priester sowie Diakone und Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten als bisher in der Seelsorge eingesetzt werden können. Mit Beteiligung der Gemeindemitglieder und verantwortlichen Gremien soll eine zukunftsfähige Lösung für die katholischen Gemeinden gesucht werden.

„Wir in Wuppertal bekommen die gravierenden Veränderungen, die sich in den nächsten zehn Jahren im Seelsorgepersonal des Erzbistums Köln abzeichen, zu spüren“, erklärt Wuppertals Stadtdechant Bruno Kurth. Die zeitgleiche Bekanntgabe der Veränderungen, die aus unterschiedlichen Gründen in diesem Sommer und im kommenden Jahr greifen werden, unterstreiche seine Einschätzung. Realistisch sei davon auszugehen, dass sich bis 2030 die Zahl der aktiven Priester, Diakone, Pastoral-und Gemeindereferentinnen und Referenten im Bistum um fast die Hälfte reduzieren wird.

Kurth: Auch in dieser Krise
liegt eine neue Chance

Das wirke sich bereits in der Gegenwart so aus, dass frei werdende Stellen nicht mehr 1:1 nachbesetzt werden können. „An diesen Zahlen gibt es nichts schön zu reden“, erläutert Kurth. „Dennoch gilt: Die Wupper ist kein Nebenfluss des Amazonas. In der Personalkrise liegt wie in jeder Krise eine Chance.“ Auch in Zukunft werde es in Wuppertal noch viele gute und motivierte Frauen und Männer im Dienst der Seelsorge geben, auch Priester und Diakone. Vorbei werde aber die Zeit der „Versorgung“ sein. Die funktionierte ungefähr so: Das Bistum Köln versorgte die Gemeinden vor Ort mit vielen Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Diese versorgten die Menschen vor Ort mit den Angeboten und Diensten der Kirche. „Würden wir so fortfahren wie bisher, dann würde das Bistum lediglich weniger Personal auf mehr Gemeinden verteilen. Das wäre nur die Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Reorganisation aber ist zu wenig für einen notwendigen Wandel“, glaubt der Stadtdechant. „Wandel geschieht, wenn immer mehr Christen ihre Berufung als Getaufte erkennen und aktiv leben.“

Kurth habe selber festgestellt, dass der Prozess der Erneuerung zum Beispiel auf den Südhöhen längst begonnen habe. Auch in den anderen Gemeinden sei das Engagement der Menschen enorm. Kurth sagt, dieser Wandel müsse sich auch in der Leitung des Bistums zeigen. „Wir brauchen weniger zentralistisches Lenken und Steuern und mehr Ermöglichung und Unterstützung der lebendigen Gemeinden vor Ort.“

stadtdekanat-wuppertal.de