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Schwimmen mit Abstand: So geht das Wuppertaler Freibad Mählersbeck mit Corona um

Freizeit : Schwimmen mit Abstand: So geht das Freibad Mählersbeck mit Corona um

Die WZ schaute sich an, wie der Betrieb im Freiluft-Schwimmbecken in diesen Tagen funktioniert.

Es wirkt mittlerweile nicht mehr ungewohnt: Mit Mund-Nasen-Schutz geht es hinein ins Freibad Mählersbeck, vorbei am Kassenhäuschen. Das ist seit den letzten Monaten genauso wenig neu wie Pfeile auf dem Boden, die die Wege der Gäste koordinieren. Ein ungewohntes Bild bleibt jedoch: Das Schwimmbecken ist lange nicht so voll wie für einen Juli-Nachmittag üblich. Das liegt sicherlich nicht nur am bewölkten Himmel.

Wiedereröffnung nach der Pandemie-bedingten Pause war am 15. Juni, der Tag mit den stärksten Besucherzahlen war seitdem der letzte Schultag vor den Sommerferien: 600 Menschen waren da zum Schwimmen nach Oberbarmen gekommen. Das wäre üblicherweise wohl ein schlechter Schnitt, an solchen Sommertagen zieht das einzige städtische Wuppertaler Freibad auch gern mehrere Tausend Gäste an. Doch zur Zeit des Coronavirus war das Bad mit 600 verkauften Tickets ausgebucht, mehr Badegäste können sich in der Mählerbeck aktuell nicht erfrischen.

  Die Auflagen gehen über das Besucher-Maximum weit hinaus, wie der Abteilungsleiter für die Wuppertaler Bäder, Michael Kieckbusch, erläutert: „Toiletten dürfen nur mit Maske benutzt werden, die Duschen und Umkleiden sind geschlossen.“ Auch steht die Gastronomie den Freibad-Gästen nicht zur Verfügung, um Schlangen zu vermeiden. Den 80 Inhabern einer Dauerkarte wurde eine feste Zeit zugewiesen; in den Morgenstunden haben sie das Becken für sich. Trotz der Einschränkungen hat sich Kieckbusch bisher ein sehr positives Bild der Freibadnutzung machen können und richtet ein „großes Lob an die Badegäste“, die auch am ausverkauften Tag „keine Probleme“ verursacht hätten. In der ersten Juliwoche fiel das leichter: Wetterbedingt wurden nur etwa 50 Eintrittskarten pro Tag abgesetzt.

Gäste sind froh, dass das
Bad überhaupt geöffnet hat

Den positiven Eindruck kann auch Celina Koch bestätigen. Sie arbeitet als Fachangestellte für Bäderbetriebe in der Mählersbeck und hat als solche Erfahrung mit den Eigenarten der Badegäste im Tal. Sie glaubt, dass nicht nur das dürftige Schwimm-Wetter dafür sorgt, dass das Becken diesen Sommer bisher selten voll ist: „Die Wuppertaler brauchen immer ein bisschen, bis sie ins Freibad kommen, deshalb waren wir froh über den ausverkauften Tag“, sagt sie. Mit Blick auf die Infektionsgefahr ist sie nicht besorgt. Sowohl im kühlen Nass – wo übrigens genauso das Abstandsgebot von 1,5 Metern gilt – als auch außerhalb lassen die Besucher Vorsicht walten. „Auf der Wiese verteilt es sich gut, die ist ja groß“, ist Kochs Einschätzung zum Corona-Risiko.

Dieses Risiko wird ohnehin auf alle möglichen Weisen zu minimieren versucht. Verpflegung muss selbst mitgebracht werden, weil sich am Kiosk kein Pulk bilden soll; Ein- und Ausgang sind getrennt, anstelledessen gibt es zwei Eingänge, um Schlangen zu verhindern; Abstand halten gilt auch an der Rutsche. Koch und ihre Kollegen bewachen den Betrieb nun nicht mehr zu viert, sondern zu dritt, aufgeteilt in Früh- und Spätschichten.

Die Schwimmer, die im auf 25°C beheizten Becken ihre Bahnen ziehen, sehen sich von den ungewohnten Regularien keineswegs beeinträchtigt. „Man kann sich mit den Beschränkungen arrangieren“, findet Heike Scholz. Deshalb fällt ihr Fazit trotz Außendusche und geschlossener Umkleide deutlich aus: „Ich bin froh, dass überhaupt offen ist. Mir würde im Sommer etwas fehlen ohne das Freibad.“

Auch Heinz-Peter Krawczyk findet es sinnvoll, dass die Freibäder auch zur Corona-Zeit wieder geöffnet sind: „Nach diesen ganzen Monaten ist es wichtig für die Allgemeinheit, ein bisschen Abwechslung zu bekommen“, meint er. Zwar würde er sich in einem mit 600 Tickets ausgebuchten Bad weniger wohl fühlen, vertraut aber auf die Covid-19-Maßnahmen in der Mählersbeck: „Man gewöhnt sich schnell daran.“