Schwebebahnhof am Döppersberg: Stadt will Gastronomie über der Wupper

Köbo-Haus : Schwebebahnhof am Döppersberg: Stadt will Gastronomie über der Wupper

Die Station soll bis 2020 für fünf Millionen Euro umgebaut werden. Das Konzept sieht Großgastronomie mit Wupper-Terrasse vor.

Fünf Millionen Euro will die Stadt Wuppertal in den Umbau der Schwebebahnstation Döppersberg stecken. Die Investition soll sich gleich aus mehreren Gründen lohnen. Das von Stadt und Stadtwerken vorgestellte Konzept, das bis zum Ende des Jahres umgesetzt werden soll, sieht sowohl Verbesserungen für die Fahrgäste in Bezug auf Komfort und Sicherheit als auch eine städtebauliche Aufwertung des denkmalgeschützten Gebäudes vor. Vorarbeiten haben begonnen, aber mit den eigentlichen Baumaßnahmen ist erst nach den Osterferien zu rechnen.

Die Stadt hat 2014 den Stadtwerken das Gerüst und die Schwebebahnstationen für 130 Millionen Euro abgekauft und ist daher der Bauherr. Die Modernisierung der Schwebebahnstation Döppersberg hinkt der Entwicklung des Umfeldes um einige Monate hinterher. Das liegt zum Teil am Denkmalschutz und seinen vielen Besonderheiten. So fließt durch „den Keller“ die Wupper und durch die „erste Etage“ fährt die Schwebebahn. Mit dem benachbarten Köbo-Haus bildet die Schwebebahnstation optisch und denkmalschutztechnisch eine Einheit, aber nach der geplanten Außerbetriebnahme der Leitstelle für die Schwebebahn wird es keine direkte Verbindung mehr zwischen den Gebäuden geben.

Im Erdgeschoss sieht das neue Konzept ein Ende der Passage durch die Station vor. Die Wege der Fahrgäste werden sich von der Wupperbrücke aus auf den Bereich bis zu den Treppenaufgängen und Aufzügen beschränken. Die Aufzüge werden durch neue ersetzt. Im hinteren Bereich wird eine Fläche von 360 Quadratmetern für Großgastronomie für maximal 200 Gäste geschaffen, ein Durchgang zur Schlossbleiche wird nicht mehr möglich sein.

Gastronomie mit Blick auf die Schwebebahn

Die Schwebebahnstation Döppersberg wird ab dem Frühjahr für fünf Millionen Euro modernisiert. Foto: Fischer, Andreas H503840

Die Terrasse über der Wupper (180 Quadratmeter) und ein Wintergarten (78 Quadratmeter) mit Blick auf die Schwebebahn sollen zum Gastronomiebetrieb gehören. Die Pläne zielen darauf ab, die Aufenthaltsdauer und Aufenthaltsqualität in der Schwebebahnstation zu erhöhen. Unausgesprochen blieb gestern bei einem Ortstermin, dass sich Stadt und WSW wünschen, dass sich eine bestimmte Klientel nicht mehr so gerne wie bisher dort aufhält. Daher wird außerhalb der Gastronomie im vorderen Bereich Alkoholverkauf nicht erlaubt sein.

„Es ist unsere wichtigste und am stärksten frequentierte Schwebebahnstation. Trotz der schwierigen Haushaltslage ist die Summe von fünf Millionen Euro in den Haushaltsplan eingestellt worden. Wir wollen einen attraktiven Treffpunkt am Döppersberg schaffen“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Ein Teil des Geldes wird für die Statik des Gebäudes und die Sanierung des Daches aufgewendet werden müssen, denn die letzte grundlegende Sanierung liegt schon Jahrzehnte zurück. Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, verspricht den Fahrgästen der Schwebebahn mehr Komfort, mehr Licht, mehr Sicherheit und mehr Sauberkeit in der Stadtion. „Ich freue mich, dass wir Ende des Jahres fertig sein werden und wir 2020 eine neue, schöne Station haben“, sagt Jaeger.

Zunächst soll die Bahnsteigebene in Angriff genommen werden, denn der Ausfall der Schwebebahn, der voraussichtlich noch bis zum Sommer dauert, ermöglicht in der Betriebspause zügiges Arbeiten. Allerdings wird ein Teil des Umbaus spätestens ab Herbst im laufenden Betrieb erfolgen müssen. Die Technik der Schwebebahn-Leitstelle wird auch nach der Umstellung auf das neue Betriebssystem erhalten bleiben und könne dann in Gruppen besichtigt werden, kündigt Michael Krietemeyer, Technischer Leiter der Schwebebahn, an. Die Böden im Obergeschoss werden abgeschliffen, die im Erdgeschoss sollen erneuert werden. Außerdem ist ein neues Beleuchtungskonzept vorgesehen. Alle Veränderungen - so auch die grau-grüne Farbe der Fassade und die Form der Fenster - sind mit dem Denkmalschutz abgestimmt, sagt Projektleiter Andreas Klein.

Für das einzigartige, 1926 erbaute Gebäude suchen die WSW noch Mieter. Neben der Großgastronomie werden drei Ladenlokale mit einer Größe von 60 bis 135 Quadratmetern angeboten.

Mehr von Westdeutsche Zeitung