Schwebebahn 2015: Die erste ist aus Holz

Schwebebahn 2015: Die erste ist aus Holz

In der Schwebebahn-Werkstatt wird nun an einem Volumenmodell gearbeitet, um die 31 neuen Wagen im Detail zu planen.

Wuppertal. Im Normalfall ist sie nicht aus Pappe — die Schwebebahn mit ihren mehr als 80.000 Passagieren täglich. Auf dem Weg zur nächsten Zuggeneration wird jetzt aber eine Ausnahme gemacht: In der Werkstatt in Vohwinkel ist ein Volumenmodell entstanden, das den Abmessungen der neuen Wagen entspricht. Die Konstruktion aus Holz und Pappe wird zur Grundlage der Detailplanung — damit auch wirklich alles passt.

Der Koloss, den Dirk Banse in der Schreinerei der Stadtwerke aus der Taufe gehoben hat, wirkt auf den ersten Blick wie ein Kulissenbauteil aus Sperrholz. Doch weit gefehlt: Auf den Zentimeter genau werden die Maße der 31 neuen Züge eingehalten, die bis Ende 2015 in den Dienst gehen.

„Viele Fragen bei der Planung der neuen Wagen sind nur zu klären, wenn man es einmal am Modell ausprobiert“, erklärt Thomas Kaulfuss von den WSW. Und jetzt konzentriert sich alles auf das Innenleben der Züge: Das beginnt am Arbeitsplatz des Fahrers, führt über die Abmessungen der Sitzbänke und breiteren Durchgänge — und endet bei den Einrichtungen, die allen Passagieren mit Behinderung die Fahrt mit der Schwebebahn künftig erleichtern sollen.

Im Volumenmodell treffen folgerichtig Techniker und Designer aufeinander, und neben den Fahrern der künftigen Wagen werden auch Menschen mit Behinderung in die Detailplanung einbezogen. „Wir haben es hier mit einer Summe von Funktionen zu tun“, erklärt Nils Krüger vom Designunternehmen Büro+Staubach beim Ortstermin.

Mitte des Jahres soll es an die Feinplanung gehen, und dann wird sich auch zeigen, inwieweit sich Technik und Design annähern. An der Grundlinie — mit geräumigeren und helleren Wagen — ändere sich jedenfalls nichts, betont auch Markus Schauerte, Projektleiter der Herstellerfirma Vossloh Kiepe. Nach wie vor sei die neue Schwebebahn „ein einzigartiges Projekt“.

Weitaus pragmatischer geht es dann 2014 und 2015 zu, wenn die 31 neuen Wagen nach und nach per Sattelschlepper nach Wuppertal geliefert werden. Aus sieben großen Einzelteilen werden die 24 Meter langen und fünf Meter hohen Fahrzeuge in Vohwinkel abschließend zusammengesetzt. Die Wagenkästen selbst werden in der spanischen Vossloh-Dependance vorgefertigt und technisch auf Herz und Nieren geprüft, bevor sie zum Finale ins Bergische Land kommen. Holz und Pappe sind dann Geschichte.

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