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Schwarzbachtrasse: Arbeiten im Plan - aber Ärger über die Schwellen

Wuppertal : Schwarzbachtrasse: Planung läuft - aber Ärger über die Schwellen

Firma räumt nicht ab: Wuppertalbewegung hat bereits einen Anwalt eingeschaltet.

Die Planungen für die Schwarzbachtrasse laufen – doch neben der Strecke gibt es Ärger. Weil die beauftragte Firma seit Monaten die ausgebauten Schwellen nicht abräumt, hatten sich schon Anwohner beschwert. Die Wuppertalbewegung hat deshalb einen Anwalt eingeschaltet. Für Verzögerungen am weiteren Streckenbau sorge dies aber nicht, versichert der Verein. Am Montag, 8. Oktober, stehen die Ergebnisse der Ausschreibung fest. Mitte November startet die nächste Fällaktion und parallel dazu, wenn es auch vom Wetter her passt, sollen die Vorarbeiten zur Sanierung des Wichlinghauser Tunnels beginnen.

Firma verspricht: Schwellen
sollen in Kürze beseitigt werden

„Das hätte seit Monaten erledigt sein sollen“, ist Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertalbewegung, allerdings sauer, was den Schwellen-Schrott angeht. Vertraglich sei festgelegt, dass die Firma diesen entsorgen muss. Bis Ende April, so die Vorgabe.

Seitdem habe die Wuppertalbewegung mehrere Fristen gesetzt – doch die Schwellen liegen immer noch, zum Beispiel an der Grundstraße und der Olgastraße. An letzterer gab es im Sommer Anwohnerbeschwerden, wie Lutz Eßrich, der 2. Vorsitzende des Vereins, einräumt.

Denn die mit Teer behandelten Holzschwellen stinken, bei großer Hitze ein echtes Geruchsproblem. Der Stapel wurde mit einer Plane abgedeckt, doch für die Wuppertalbewegung steht fest: „Die Schwellen müssen weg.“ Auch deshalb, damit Anwohner nicht die Schuld bei den Ehrenamtlern suchen. Die Gleise habe die Firma schließlich auch wie abgesprochen entsorgt. Für die, so der Hinweis des Vereins, zahlen allerdings auch Schrotthändler.

Der Geschäftsführer der Firma entschuldigt sich gegenüber der WZ und übernimmt die Verantwortung. „Das tut uns leid.“ Man arbeite mit einer Entsorgungsfirma zusammen. Die Schwellen, die als Sondermüll gelten, dürften nur in einem speziellen Ofen verbrannt werden. Doch dort gebe es derzeit keine freien Termine. Er bemühe sich um eine Alternative und verspricht: „Am Dienstag sollen die wegkommen.“ Lkw seien bestellt.

Carsten Gerhardt bleibt skeptisch. Versprechen habe es seitens der Firma schon einige gegeben. „Ich glaube das erst, wenn die Schwellen wirklich weg sind.“ Parallel suche auch der Verein eine Lösung. Ansonsten betont er noch einmal: „Wir liegen voll im Zeitplan.“ Möglichst Anfang 2020 soll der Rad- und Gehweg eröffnet werden.

Ausschreibung
war mehr als 600 Seiten stark

Das bestätigt auch Michael Kraft, der für die Wuppertalbewegung das Großprojekt, das Langerfeld mit der Nordbahntrasse verbinden wird, betreut. Gut 3,6 Millionen Euro werden investiert. 90 Prozent davon übernimmt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die restlichen zehn Prozent bringt die Wuppertalbewegung – auch mit Unterstützung von Sponsoren – auf.

Wer die Arbeiten ausführen wird, steht, so hofft Kraft, in dieser Woche fest. Fünf sogenannte Lose, im Prinzip Aufträge, hat der Verein ausgeschrieben. Als drei größte Posten stehen die Brücken- und Hangsanierung sowie der Wegebau an.

Die Ausschreibung selbst war deutlich aufwändiger als gedacht. Mehr als 600 Seiten kamen zusammen. „Plus Anhänge“, erläutert Gerhardt. Trotzdem ist Kraft optimistisch, dass sich möglicherweise sogar ein Generalunternehmer findet, der alle fünf Aufträge übernimmt. „Das würde vieles vereinfachen.“