Schutz vor Lärm: Die neuen Schwebebahnen fahren leiser

Schutz vor Lärm: Die neuen Schwebebahnen fahren leiser

Nach wie vor quietscht Wuppertals Wahrzeichen bei seiner Kehrtwende in Oberbarmen. Ein Schmier-System soll helfen. Auch bei den neuen Wagen geht es um Geräuschpegel.

Wuppertal. Die Zahlen sprechen für sich: Nach einer Berechnung des Eisenbahnbundesamtes leben etwa 30.000 Wuppertaler täglich mit Schienenlärm — und gerade die Deutsche Bahn ist gefordert, daran so schnell wie möglich etwas zu ändern. Die Schwebebahn fällt beim Thema Lärmschutz ebenfalls ins Gewicht, wenn auch in einem kleineren Rahmen: Laut Bundesamt sind entlang des Fahrwegs etwa 3000 Menschen pro Tag betroffen, davon gut 1500 Anwohner in den Abend- und Nachtstunden.

Die Stadtwerke rechnen jedenfalls damit, dass das Wahrzeichen nach seiner Umstellung auf die neue Wagen-Generation bis Ende 2015 leiser unterwegs ist — in der Kombination aus neuen Zügen und dem durchsanierten Gerüst auf 13,3 Kilometern Länge. In welchen Ausmaßen sich der Lärm reduziert, lasse sich derzeit aber noch nicht konkret sagen, erklärt Stadtwerke-Sprecher Holger Stephan auf Nachfrage der WZ: Im täglichen Zugbetrieb spielten viele Faktoren eine Rolle — nicht zuletzt beim Zusammenspiel verschiedener Metallsorten und den Kräften, die bei einem Zuggewicht von 22 Tonnen auf das Gerüst einwirken.

Auch an der Stütze 100 in Sonnborn gab es demnach Messungen mit Blick auf die Grenzwerte: Mit Blick auf die stadtweit 30 000 von Schienenlärm betroffenen Anwohner spricht das Eisenbahnbundesamt von Werten, die sich zwischen 55 und 75 Dezibel bewegen — und zum Teil noch darüber liegen. Wie berichtet, betont auch die Stadt Wuppertal im Rahmen ihrer Lärmaktionsplanung (LAP) die langfristigen Auswirkungen des Verkehrslärms auf die Gesundheit. Neben dem Schienen- spielt in Wuppertal vor allem der Straßen- und Autobahnlärm eine Rolle.

Ein konkretes Lärmproblem gibt es im Schwebebahnbetrieb nach wie vor in Oberbarmen: Wie berichtet, quietschen die Züge bei ihrer Kehrtwende an der Wagenhalle — und das zum Teil beträchtlich. Man arbeite nach wie vor an einer technischen Lösung, erklärt Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, im Gespräch mit der WZ.

Der Einsatz einer automatischen Schmieranlage an der Zugkehre erweise sich aber als komplizierter als erwartet — auch wenn sich der Lärmpegel an der Wagenhalle schon reduziert habe: „Jeder Wagen macht andere Geräusche“, sagt Jaeger, und das Schmieren der Schienen dürfe sich nicht negativ auf das Bremsverhalten der Wagen auswirken und Bremswege verlängern. So gehen die Testläufe erstmal weiter.

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