Schulden machen krank — Krankheit macht Schulden

Schulden machen krank — Krankheit macht Schulden

Hilfe suchen und sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen, kann gesundheitlichen Folgen vorbeugen.

Wuppertal. Wer mit Schulden kämpft oder schon aussichtslos überschuldet ist, wird häufiger krank als andere. Krankheit kann andererseits auch Auslöser sein, dass sich Schulden auftürmen: Unter dem Motto „SCHULDEN MACHEN KRANKheit macht Schulden“ macht die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung der Verbraucherzentrale NRW zur laufenden bundesweiten Aktionswoche der Schuldnerberatung darauf aufmerksam, dass Krankheit und Schulden häufig eng miteinander zusammenhängen.

„Studien haben gezeigt, dass fast 40 Prozent der Teilnehmer wegen der Überschuldung krank wurden. Davon wiederum litt fast jeder Zweite an psychischen Störungen. Und dreimal so häufig wie die Allgemeinbevölkerung haben Überschuldete mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Denn sie empfinden ihre Verbindlichkeiten als drückende Last“, weiß Schuldnerberater Werner Bergmann.

Dass die professionelle Schuldnerberatung das gesundheitliche Wohlbefinden fördert — das fand sich in einer aktuellen Umfrage unter den 13 Schuldnerberatungsstellen der Verbraucherzentrale NRW bestätigt. „Ratsuchende bejahten durchgängig, dass sie schon nach der ausführlichen Erstberatung Hoffnung schöpften oder neue Perspektiven sahen und es ihnen deshalb deutlich besserging“, zeigt der Berater die gesundheitsfördernde Wirkung von Schuldnerberatung auf.

Verbrauchertipp

Damit die entlastenden Wirkungen zum Tragen kommen, gibt er folgende Tipps mit auf den Weg. Zum einen sollte frühzeitig Hilfe gesucht werden. Je länger sich Verbindlichkeiten, Unsicherheiten und Ängste vor drohenden Vollstreckungsversuchen auftürmen, desto größer die Gefahr, dass Schulden in gesundheitlichen Beeinträchtigungen enden. Außerdem sollte man die Unterlagen ordnen: Es hat entlastende Wirkung, wenn Ratsuchende sich Überblick über laufende Verbindlichkeiten und Außenstände verschaffen. Wichtig ist zum Beispiel, eine Liste mit allen Gläubigern zu erstellen. Denn das ist der erste Schritt, um nach möglichen Auswegen zu suchen. Dann sollte man Forderungen prüfen: geordnete Unterlagen helfen, Gläubigerforderungen rechtlich zu prüfen und gegebenenfalls windige Geschäftspraktiken wie von Inkassounternehmen zu entlarven. Denn nicht immer sind alle Forderungen berechtigt. Teilweise werden auch zu hohe Gebühren verlangt. Vielfach sind Betroffene Einschüchterungsversuchen ausgesetzt.

Informationen zur Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung gibt es im Internet und bei der Verbraucherzentrale. Ansprechpartner ist Werner Bergmann, Beratungsstelle Wuppertal Schloßbleiche 20, erreichbar unter Telefon 0202 69375801 oder per E-Mail unter wuppertal@verbraucherzentrale.nrw

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