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Wuppertal: Schüler lernen etwas über den Körper

Wuppertal : Schüler lernen etwas über den Körper

Die Grundschule Schützenstraße nimmt am Programm „Klasse 2000“ teil.

Na die Stunde fing ja anstrengend an. „Wir machen ein Experiment und probieren mal, wie lange wir mit ausgestreckten Armen unsere Schultasche vor uns halten können.“ Ächz! Selbst die stärksten Jungen und Mädchen erkennen, wie anstrengend das ist. Und das ist Teil des Themas „An- und Entspannung“ von Gesundheitsförderin Annette Schade. Sie ist im Rahmen der Aktion „Klasse 2000“ gern gesehener Gast in der 2a, der Rabenklasse der Grundschule Schützenstraße. Das Unterrichtsprogramm zur Gesundheitsförderung, Sucht- und Gewaltprävention begleitet Kinder der Klassen eins bis vier von Grund- und Förderschulen.

Ein Viertel der Wuppertaler Grundschulen machen mit

Den Anfang machte 2001 die Schule Am Nocken, heute sind rund ein Viertel der Wuppertaler Grundschulen dabei. „Angefangen haben wir 2016 mit einer ersten Klasse, jetzt nehmen alle Klassen teil, denn nur wer gesund ist, kann gut lernen“, sagt Schulleiterin Eva Ossenberg. Die Themen werden in Zusammenarbeit von Lehrern und extern geschulten Gesundheitsförderern vermittelt. „Das Material, das wir an die Hand bekommen, ist gut umsetzbar und sehr handlungsorientiert, das ist gut und bleibt so besser im Gedächtnis“, sagt Mechthild Löwe, Klassenlehrerin der 2a.

Anja Kaiser ist Regionalkoordinatorin beim Verein „Klasse 2000“. „Wir bieten das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung an und haben 1500 Gesundheitsförderer im Einsatz, die alle aus dem medizinischen Bereich kommen. Sie begleiten die Lehrer und sind nach der Einführung selbst drei- bis viermal im Schuljahr vor Ort.“

220 Euro pro Schuljahr und Klasse kostet das Programm. Das geht nicht ohne Förderer, und in Wuppertal sind mit dem Lions Club und der Pronova BKK zwei starke Partner mit an Bord. Teamleiter Dirk Lohrmann erklärt: „Als Krankenkasse haben wir auch einen Präventionsauftrag. Wir finanzieren momentan 69 Klassen an elf Schulen, auch die Schützenstraße, für die die Finanzierung für die nächsten vier Jahre steht.“ Gertrud Ahr vom Lions Club freut sich, dass es das Programm in allen Bundesländern gibt. „Es ist toll, dass so etwas länderübergreifend machbar ist.“ Seit 2013 unterstützt ihre Organisation finanziell und mit Patenschaften mit jährlich rund 25 000 Euro. Eingebettet wird das Programm in den Sachunterricht. „Hier können wir die Themen gut einbringen“, so Löwe.

Ein Schaubild zeigt derweil in der Klasse Knochen und Muskelaufbau sowie den Weg der Atemluft, ein zweites den Weg der Nahrung durch den Körper, alles kindgerecht und anschaulich. Immer mit dabei ist „Klaro,“ eine von den Kindern selbstgebastelte Symbolfigur mit gelbem Styroporkopf, schwarzen Armen und Beinen aus Pfeifenreinigern. Auch in der Klasse 2a sitzt er bei den Kindern auf dem Tisch. Hier wird überlegt, was anstrengend ist: klar, die Hausaufgaben, Zimmer aufräumen und auch schon mal Sport. Alles wird von Schade an eine Waage gehangen, den Gegenpart bietet die Entspannung.

So wird früh Wissen über den eigenen Körper, Bewegung, gesundes Essen und Entspannung vermittelt. Auch der Umgang mit Gefühlen, Stress und Strategien zur Problem- und Konfliktlösung gehört dazu.