Schneider und Schneidewind sind vom Rollentausch schwer begeistert

Wechsel im Chefsessel : Schneider und Schneidewind sind vom Rollentausch schwer begeistert

Experiment: Opernintendant und der Chef des Wuppertal Instituts haben ihre Büros getauscht.

Die Büroschlüssel sind getauscht, der dreiwöchige Arbeitsplatztausch von Berthold Schneider, Intendant der Oper, und Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, ist am Donnerstag gestartet. Beide Herren sind schwer begeistert.

„Ich schwimme total, aber es ist sehr schön“, schwärmt Schneider von der offenen Atmosphäre am Institut. Er genießt den Blick den Döppersberg hinunter, den er von seinem Schreibtisch aus sehen kann. Hat dafür das Möbel in Absprache mit Schneidewind umgestellt. Und diesen ins Grübeln darüber gebracht, warum er selbst nichts an seinem Büro änderte. Nun blickt er seit Donnerstag auf die Straße vor dem Barmer Bahnhof und genießt die „intensive und äußerst inspirierende“ Situation, die das Eintauchen in die Welt der Oper bedeutet. Engagement und Zusammenwirken der verschiedenen Gewerke, vom Maschinenraum bis zur Bühne, beeindrucken ihn, eine Opernaufführung beendete den ersten Tag.

Mit der „produzierten Irritation durch Tausch“, so Schneider, verbinden beide aber nicht nur ein persönliches Fortkommen durch Überprüfung des Führungsstils, sondern auch einen Gewinn für beider Einrichtungen, weil ihre Bedeutung für die Gesellschaft hevorgehoben wird und weil ihre Organisationen durch den Blick des jeweils Außenstehenden gespiegelt, so Impulse für Veränderung möglich werden.

Und damit nicht genug. Das Experiment soll der Stadt signalisieren, dass „Veränderungen wichtig sind und Spaß machen können“, so Schneider. Außerdem, so Schneidewind, zeige es, dass in dieser Stadt „spannende Dinge passieren“, und er wünscht sich, dass andere Akteure in der Gesellschaft zum Perspektivwechsel ermutigt werden. Der Anfang ist schon mal gelungen - Bilanz wird nach dem 20. März gezogen. mws

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