Schnäppchenjagd für Frauen

Schnäppchenjagd für Frauen

Der Weiberkram-Flohmarkt hat mittlerweile Tradition in Wuppertal. Auch am Wochenende bildeten sich vor der Börse lange Schlangen von Besucherinnen.

Elberfeld. Großer Andrang beim Weiberkram-Flohmarkt. Bis hinunter auf die Wolkenburg stehen am Sonntag die Besucher Schlange, die meisten von ihnen sind weiblich und tragen große Taschen oder Tüten mit sich. Andere fahren noch suchend mit dem Auto um die Börse herum, denn Parkplätze sind rar. Um 11 Uhr geht es los, die große Schnäppchenjagd auf Mode, Schuhe, Taschen, Schmuck und allem sonst, was ein Frauenherz begehren könnte.

Besucherin Alina Maaß hat keine klare Vorstellung, wonach sie suchen möchte. „Ich schaue mich einfach um. Ich finde, Flohmärkte sind eine gute Alternative, wenn man ein bisschen Geld beim Kleider kaufen sparen möchte“, sagt sie. Schon nach ein paar Minuten hat sie etwas in der Hand - ein grünes Top. Helga Bektas steht auf der anderen Seite des Standes und möchte 1,50 Euro haben. „Einen Euro!“, verhandelt Alina Maaß — und bekommt das gute Stück.

Helga Bektas verkauft hauptsächlich die Sachen ihrer Tochter, aber auch ein paar eigene sind dabei. „Es macht mir sehr viel Spaß, ich würde es immer wieder machen“, meint sie. Selbst möchte sie sich auch noch ein bisschen durch die Stände stöbern.

Clara Schwucht und Fabiola Heuer haben ihre Kleiderschränke „maximal ausgemistet“, sagen sie. „An manchen Dingen hat man sich satt gesehen, und dann ist es schön, wenn noch jemand anderes sie tragen kann“, meint Clara Schwucht. Die Freundinnen nehmen sich vor, öfter einen Flohmarkt zu machen.

Caroline Menk ist eigentlich nur wegen ihrer Schwester mitgekommen, jetzt hat sie selbst schon eine Jeansjacke und eine Bluse geshoppt. „Ich finde das Konzept cool, dass, wenn man selber etwas nicht mehr anziehen möchte, man jemand anderes noch glücklich machen kann“, sagt sie.

Der Stand von Lea Flöhring und Karin Heimann sticht mit seiner Dekoration heraus. Lichterketten, eine Umkleidewand und verschiedene Plakate mit Aufschriften wie „Buy now or cry later“ - „kaufe jetzt oder weine später“ - schmücken den Stand.

Und dafür haben sie auch eine Belohnung bekommen: Sie haben die Auszeichnung schönster Stand bekommen. „Für uns ist das heute eine Premiere, wir haben vorher noch keinen Flohmarkt gemacht. Wir haben versucht, den Stand ein bisschen nett zu machen, und freuen uns jetzt umso mehr, dass es etwas gebracht hat“, sagt Karin Heimann. Viele neue Kleidungsstücke, teils sogar noch mit Preisschild, liegen an dem Stand. „Oft denkt man beim Einkaufen, dass man noch in die Sachen hinein schrumpft“, erklärt Lea Flöhring lachend.

Knapp 60 Stände sind es, die in der Börse auf zwei Etagen verteilt stehen. „Wir sind wie immer ausgebucht“, sagt Marktleiter Benjamin Ellenberger. Der Weiberkram-Flohmarkt ist in Wuppertal zu Hause. 2009 gab es den ersten im Atelier an der Holsteiner Treppe. „Der Raum war damals vielleicht so groß wie die Hälfte des Raums hier unten“, erinnert sich Ellenberger.

Weil das Konzept so erfolgreich war, entschied sich Initiatorin Melanie Schmitz, die gebürtige Wuppertalerin ist, den Trödelmarkt in die Börse zu verlegen. „Hier ist viel Platz, wir haben in jedem Raum Musikbeschallung. Und: Die Börse ist für die Wuppertaler eine Alt-Eingesessene Institution - das heißt, jeder kennt sie“, sagt Benjamin Ellenberger.

Mittlerweile findet der Weiberkram-Flohmarkt quer durch ganz Deutschland statt - ob Berlin, Wiesbaden, Neuss oder Mannheim.