Schloßbleiche: Kanal wird komplett erneuert

Schloßbleiche: Kanal wird komplett erneuert

Die WSW schätzen den Schaden des Beton-Unfalls aus 2017 auf 500 000 Euro.

Zentrum. Die Ladeninhaber an der Schloßbleiche kommen vorerst nicht zur Ruhe. Noch immer arbeiten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) nach dem Beton-Unfall vom vergangenen Frühjahr am Erdreich. Inzwischen steht fest: „Wir müssen den gesamten Kanal in diesem Bereich austauschen“, sagt WSW-Sprecher Holger Stephan. Die Kosten dafür schätzen die Stadtwerke auf rund 500 000 Euro. Genau ließe sich die Summe erst beziffern, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Das soll voraussichtlich Ende Juli der Fall sein.

Bei den Gründungsarbeiten für das neue Hotel am Wall gelangte irrtümlich Beton in den Mischwasserkanal. Elmar Thyen, Leiter der WSW—Konzernkommunikation, betont: „Das war ein Fehler der Baufirma.“ Die habe beim Gießen eines Fundaments ein größeres Rohr nicht abgedichtet. Durch dieses flossen rund 7,5 Kubikmeter Beton — zunächst unbemerkt — in den Kanal ab. Das zeigte sich erst dadurch , dass bei den umliegenden Anwohnern die Keller mit Wasser und Fäkalien überflutet wurden.

Ursprünglich war vorgesehen, die Verstopfungen des Kanals zu beseitigen, ohne hierfür die Straße aufreißen zu müssen. Diese Versuche seitens der WSW waren aber erfolglos. Mit einem Provisorium sicherten die Stadtwerke zunächst die Wasserversorgung. „Im Moment ist wieder alles im Griff“, sagt Thyen.

Die Zeit für die Arbeiten drängt. Dirket im Anschluss an die Maßnahme wird die Schloßbleiche als Zufahrt zur Baustelle für den Umbau des Köbo-Hauses benötigt.

Dann haben die Anwohner die nächste Baustelle vor der Tür. Im Moment wird immer an mindestens zwei Stellen gleichzeitig gearbeitet. WSW-Sprecher Holger Stephan erklärt: „Da kommt eine Tunnelbohrmaschine zum Einsatz. Da brauchen wir ein Loch für den Eingang und ein Loch am Ende für den Ausgang.“

Einen Lichtblick gebe es wenigsten, so Thyen: „Das bezahlen nicht die Bürger der Stadt, sondern der Verursacher.“ Damit das auch wirklich der Fall ist, hatten die WSW bereits Teile des Kanals als Beweismittel ausgegraben und sichergestellt. Laut Holger Stephan werden allerdings wahrscheinlich nicht die vollen Kosten vom Bauunternehmen — beziehungswiese von der entsprechenden Versicherung — getragen. „Der Kanal war ja alt, daher werden die Kosten auch nur anteilig übernommen.“ Dafür habe man jedoch im Ausgleich an dieser Stelle nun einen neuen Kanal, den man so schnell nicht mehr anpacken müsse. Die Anwohner an der Schlossbleiche würden das den WSW sicherlich danken.