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Schloßbleiche: Einzelhändler sehnen Ende der Baustelle herbei

Schloßbleiche: Einzelhändler sehnen Ende der Baustelle herbei

Inhaber des Drachenladens sieht Existenz bedroht. Der Umsatz sei um 50 Prozent zurückgegangen.

Zentrum. Dass sich die Bauarbeiten an der Schloßbleiche bis Juli 2018 in die Länge ziehen, hat für die anliegenden Einzelhändler erhebliche Folgen. Die Kundschaft kann weiterhin nur durch einen engen Weg entlang der Baustelle zu den Geschäften gelangen. Der direkte Zugang vom Wall aus bleibt gesperrt.

Mathias Mayer, Inhaber des Drachenladens Aufwind, sieht durch die Baustelle die Existenz seines Geschäftes bedroht. „Seit Oktober ist der Umsatz um 50 Prozent zurückgegangen“, sagt Mayer. In 29 Jahren Fachhandel für Flugdrachen sei es vermutlich das schwächste Jahr für den Einzelhändler. Es fehlt laut Mayer einfach die Laufkundschaft.

Der Winter sei tendenziell eine schwache Jahreszeit für Flugdrachen. Daher verkauft Mayer vor Weihnachten beispielsweise auch handgefertigte Papier-Sterne aus Indien, die im Dunkeln beleuchtet werden können. Im vergangenen Jahr habe er davon 400 bis 500 Stück verkauft. Dieses Jahr seien es gerade mal zehn Stück gewesen. Im Bereich der Flugdrachen habe es wegen der Sperrung weniger Einbußen gegeben. Die Kunden für Drachen und Zubehör würden etwa auch aus Düsseldorf oder Köln nach Wuppertal kommen. Er sei der einzige Drachenladen „weit und breit“ und habe sich einen überregionalen Ruf erarbeitet. Trotzdem wisse er nicht, wie lange er sein Geschäft noch halten kann. Die Chance, dass es den Drachenladen nach dem Ende der Baustelle noch gibt, liege bei 50 Prozent. Dass ein Durchgang für Fußgänger nicht möglich ist, bezweifle er. Die Stadtwerke müssen dort einen Mischwasserkanal austauschen, weil beim Hotelbau an der Ecke Wall irrtümlicherweise hineingeflossen war. Die Sperrung würde geöffnet, wenn es möglich wäre, betont WSW-Sprecher Holger Stephan. Ob das im Zuge der Baustelle noch passiert, sei aber nicht absehbar. Weil sich auf der einen Seite die Baustelle für das neue Hotel befindet und auf der anderen die Kanalerneuerungsarbeiten laufen, ist das Sicherheitsrisiko für Passanten bisher zu hoch, erklärt Stephan.

Thomas Weber, Mitinhaber des Tui-Reisecenters Wuppertal Elberfeld sei klar, dass die Bauarbeiten durchgeführt werden müssen. Er könne aber nicht nachvollziehen, dass es nicht möglich ist, die Sperrung für Fußgänger bereits jetzt zu öffnen. Derzeit würden er und Drachenladen-Inhaber Mathias Mayer überlegen, ob sie gemeinsam einen Anwalt einschalten, der ihre Interessen vertritt. Beide sind sich einig, dass der für den Hotelbau verantwortliche Projektentwickler Schadenersatz zahlen muss. Letzteren werden auch die Stadtwerke geltend machen, erklärt WSW-Sprecher Holger Stephan. Um welche Summe es geht, sei derzeit noch nicht absehbar. Eine Öffnung des Fußgängerwegs auf der gegenüberliegenden Wupperseite — wie es die Grünen fordern — würde nicht viel mehr Passanten zum Besuch ihrer Geschäfte animieren, meinen Weber und Mayer.