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Schloss Burg: Mauer-Sanierung mit Technik aus dem Bergbau

Schloss Burg: Mauer-Sanierung mit Technik aus dem Bergbau

Reparatur kostet 190 000 Euro und dauert bis Oktober.

Wuppertal/Solingen. Die Sanierung der Stützmauer unter dem Schlossplatz von Schloss Burg vergleicht Bauingenieur Karsten Ditscheid mit der Montage von Hängeschränken an einer Küchenwand. Nur reichen für die Arbeit am Schlossberg keine Kunststoffdübel, wie der Abteilungsleiter der Technischen Betriebe Solingen (TBS) unserer Zeitung erläuterte: Die Erd-Anker, die das Bauteam einsetzt, halten bis zu sechs Meter tief im Berg.

Seit Juni vergangenen Jahres gelten 30 Meter der Mauer aus grober Grauwacke als einsturzgefährdet. Bis zu vier Grad neigt sich die ursprünglich senkrecht gebaute schiefe Wand vom Schlossplatz zum unterhalb verlaufenden Fahrweg. Baustellengitter sperren seitdem den Gefahrenbereich ab.

Die inzwischen neu verfüllten Fugen sähen gut aus, kommentierte Ditscheid beim Ortstermin. Für den nächsten Bauabschnitt des 190.000 Euro teuren Projekts der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid sowie des Schlossbauvereins brachte die Firma Bau-Sanierungstechnik (BST) aus dem hessischen Gernsheim schweres Gerät in Stellung: Ein hydraulischer Bohrer aus dem Bergbau wurde an gekennzeichneten Stellen in die Wand gesetzt.

„Eigentlich ist das Verfahren ganz einfach“, sagte Vorarbeiter Ronald Klemm über das vom Unternehmen europaweit patentierte Verfahren: „Wir benutzen die alte Wand als Schalung für eine Neue.“ Mit Wasser unter Druck von bis zu 500 Bar werden durch die Bohrungen hinter der Wand Hohlräume ausgespült. Dort kommt Beton hinein, dieser hält die Erdanker an Ort und Stelle. Danach schließt Fugenmaterial die Bohrlöcher: Ditscheid: „Ohne Metalldetektor findet man die Stellen dann nicht mehr.“ Wenige Meter weiter prangen große Metallziffern an einem Mauerabschnitt, der schon früher mit Metallhaken gesichert wurde: Die Jahreszahl 1983 ist zu lesen.

Ohne die Technik der Gernsheimer würde die Sanierung um 20.000 Euro teurer, erläuterte Ditscheid. Dann hätte hinter der Mauer bis zu ihrem Fuß mehr als drei Meter tief aufgebaggert werden müssen, um dort Stahlbeton einbauen zu können. Das Verfahren von BST sei auch für ihn neu gewesen, sagte der Wuppertaler Bauingenieur Gunther Müller. Sein Büro hatte die Sanierung mit geplant. Müller: „Es gibt viele alte Natursteinmauern im Bergischen, die keine Standsicherheit mehr haben.“