Schlechter Scherz

Erst die Bundesregierung, dann NRW-Landwirtschaftsministerin Christine Schulze Föcking und nun der Wuppertaler Bundestagsabgeordneter Helge Lindh (SPD): Die Angriffe der Computer-Piraten kennen anscheinend keine Grenzen mehr.

Die Identität eines Menschen zu kapern, ihn in den Sozialen Medien vorzuführen, ihm peinliche bis skandalöse Aussagen in den Mund zu legen, ihn unmöglich zu machen — all das ist moralisch verwerflich und verurteilungswürdig. Und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wird auf die Angriffe vermutlich auch genau so reagieren. Aber die Attacken gehen noch tiefer. Sie sind eine Geringschätzung von Verfassungsorganen und politisch gewählten Mandatsträgern. Die Belästigung von Helge Lindh ist vermutlich unschwer in den Dunstkreis nationalkonservativer Kräfte zu verorten, die er im Bundestag scharf kritisiert hat. Damit zeigen diese Herrschaften, wes Geistes Kinder sie wirklich sind. Demokratie stand an deren Wiege nicht. An- und Verstand sind nicht einmal entfernte Verwandte.