Nordbahntrasse: Schlecht beleuchtet: Die Gefahr lauert am Tunneleingang

Nordbahntrasse: Schlecht beleuchtet: Die Gefahr lauert am Tunneleingang

Der Wunsch nach mehr Licht in den Tunneln der Trasse wird laut. Gefährdet das die Fledermäuse?

Wer auf der Nordbahntrasse unterwegs ist, der muss sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einstellen. Besonders krass ist der Kontrast am Eingang der Trassentunnel. Ist die Beleuchtung ausreichend? Würde der Schutz der in den Tunneln lebenden Fledermäuse durch eine stärkere Beleuchtung gefährdet? Mit diesen Fragen werden sich die Mitglieder des Verkehrssausschusses nach der Sommerpause in der Folge eines Bürgerantrags beschäftigen müssen. Und sie müssen dabei Sicherheitsaspekte und Fragen des Naturschutzes gegeneinander abwägen.

Im Hauptausschuss war die Entscheidung über einen Bürgerantrag vertagt und an den Fachausschuss überwiesen worden. In dem Bürgerantrag wird die Verwaltung aufgefordert, die Tunnelbeleuchtungen auf der Nordbahntrasse dem heutigen Stand der Technik anzupassen und dadurch so zu verbessern, „dass eine nicht durch die schlechte Sicht bedingte Gefährdungssituation bei der Begegnung der zahlreichen unterschiedlichen Trassennutzer entsteht“.

Fledermäuse sind pussierlich aussehende Tiere, die bekanntermaßen kein Licht mögen. Menschen hingegen schätzen in Tunneln die Dunkelheit aus vielerlei Gründen nicht so sehr. Wie kann ein Kompromiss aussehen?

Die Verwaltung hatte den Ratsfraktionen vorgeschlagen, diesen Bürgerantrag abzulehnen und in der Begründung auf den aufwendigen Abstimmungsprozess zwischen der Bezirksregierung Düsseldorf, dem Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz, den Umweltverbänden, den beteiligten Fachgutachtern, Verkehrsexperten und der Stadtverwaltung beim Bau der Nordbahntrasse hingewiesen. Diesen mühsam gefundenen Kompromiss will die Verwaltung offensichtlich nicht gefährden.

Weitere Kompromisse könnten allerdings die Lösung sein. So schlug der CDU-Stadtverordnete Ludger Kineke im Hauptausschuss vor, eine stärkere Beleuchtung nur tagsüber und speziell an den Tunneleingängen vorzunehmen. Nun muss geprüft werden, ob sich dieser Ansatz mit der harten Linie der Bezirksregierung vereinbaren lässt. Die hatte auf Anfrage der Wuppertalbewegung allen Veränderungswünschen eine Absage erteilt. „Die Quartiere der Fledermäuse befinden sich sowohl unmittelbar innerhalb der Tunnelröhren in Fluchtnischen, Fugenspalten und größeren Hohlräumen als auch in angrenzenden natürlichen Höhlen, welche durch Ausflüge mit den Tunnelröhren verbunden sind. Die Beleuchtung am Tage kann somit unmittelbaren Einfluss auf die geschützten Fledermausarten nehmen“, heißt es in einem Schreiben von Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher an den Vorsitzenden der Wuppertalbewegung, Carsten Gerhardt.

Nach Einschätzung der Wuppertalbewegung ist eine stärkere Beleuchtung der Trassentunnel tagsüber dringend erforderlich. Um eine Prüfung hatte Carsten Gerhardt die Bezirksregierung bereits im vergangenen Sommer gebeten. „Es kommt immer wieder zu gefährlichen Situationen an den Tunneleingängen. Radfahrer müssen mit Licht fahren, aber es sind auch Fußgänger, Rollerfahrer oder Skater ohne Beleuchtung auf der Trasse unterwegs. Eine hellere Beleuchtung im Tunnel zumindest in den Sommermonaten würde die Fledermäuse, die tagsüber hinter Schutzwänden schlafen, keineswegs stören“, sagt Carsten Gerhardt.

Die Tunnel werden mit LED-Lampen beleuchtet. Die Bezirksregierung weist darauf hin, dass 1,5 Lux (10 Prozent der installierten LED-Beleuchtung) ausreichend wären, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Nach Ansicht der Wuppertalbewegung wird nicht berücksichtigt, dass das menschliche Auge mehr als einen Augenblick braucht, um sich auf diese Lichtverhältnisse einzustellen.