Schlagzeuger spielen energisch und brillant

Schlagzeuger spielen energisch und brillant

Drittes städtisches Kammerkonzert im Mendelssohn Saal der Stadthalle.

Wenn vor der Stadthalle der Lastwagen des Sinfonieorches-ters Wuppertal steht, ist eine Menge transportiert worden. Normalerweise wird er für Or-chesterkonzerte und Opernveranstaltungen benötigt. Aber auch für das dritte städtische Kammerkonzert? Nun, dessen vier Schlagzeuger gaben sich die Ehre. Und ihr Instrumentarium ist umfangreich. War alles oben in der ersten Etage, musste die Bühne des Mendelssohn Saals links und rechts erweitert werden, damit Trommeln, Becken, ein Gong, Pauken, Glockenspiel, Xylophon, Marimbaphon, etliche Perkussionsinstrumente plus Harfe und Konzertflügel auf das Podium passten.

Solopauker Martin Schacht, sein Stellvertreter Daniel Häker sowie ihre Kollegen Benedikt Clemens und bei einem Stück Werner Hemm boten einen kleinen Ausschnitt aus der mittlerweile großen Anzahl an Werken, die seit Mitte des letzten Jahrhunderts für die große Schlagzeugbatterie komponiert wurden: Evan Chapman „second thoughts“ für vier Schlagzeuger, Thierry De Mey „Musique de Table“ für drei Spieler und das dreisätzige Opus 27 „Trio per un“ aus der Feder von Neboja Jovan ivkovi?. „Schlagartig Artig“ lautete das Programm. Artig waren sie, spielten sie doch diese Werke absolut meisterhaft: nuanciert, brillant, hochvirtuos, energisch wie sehr feinfühlig.

Unartig im Sinn von „Schießbude“ waren sie aber auch. Denn bei dem Finalsatz „Molto energico“ mussten Trommeln und Snares extrem knallige, wirbelnde, technisch sehr anspruchsvolle Schlagfrequenzen aushalten. Auch Harfenistin Manuela Randlinger-Bilz und als Gast Tobias Deutschmann am Flügel begeisterten. Bestens harmo-nierten sie mit Schacht, Häker und Clemens bei Alberto Ginasteras Konzert für Harfe und Orchester in der Fassung für Harfe, Klavier und Schlagzeug. Selbst rhythmisch vertrackte Stellen kamen wie aus einem Guss daher. Mitreißend spielte das Quintett zudem Maurice Ravels berühmten fünfteiligen Märchenzyklus „Ma mère l’oye“, ebenfalls in einer Fassung für Klavier, Harfe und Schlagzeuger. Stimmungsvoll und nuanciert kam die impressionistische Musik von der Bühne. has

Mehr von Westdeutsche Zeitung