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Schilderklau: „Besser falscher Ortseingang als gar keiner“

Schilderklau: „Besser falscher Ortseingang als gar keiner“

An der B 7 bleibt das Hückeswagener Schild vorerst stehen. Städte erstatten Anzeige.

Wuppertal. Seit dem vergangenen Wochenende sind in Hückeswagen — soweit bisher bekannt — drei gelbe Ortseingangschilder aus den Rahmen demontiert worden. Zwei dieser Schilder tauchten in Wuppertal auf, waren hier gegen hiesige Schilder ausgetauscht worden.

Viele Autofahrer, die am vergangenen Dienstag die Straße Eschensiepen entlang fuhren, werden sich gewundert haben. Denn statt des normalen Ortseingangsschilds „Wuppertal-Heckinghausen“ hing nun im Metallrahmen das Schild „Schloss-Stadt Hückeswagen Oberbergischer Kreis“. Es war nur zu klein für den Rahmen. In entgegengesetzter Fahrtrichtung war zu lesen: „Pixberg 0,5 km“.

Damit ließ sich dann auch sofort der richtige Standort des Schildes bestimmen. Entfernt wurde es in Hückeswagen an der Kreisstraße 11, Bücke, Richtung Pixberg. „Dort ist es aus dem Rahmen demontiert worden“, sagte Roland Kissau vom Ordnungsamt Hückeswagen.

Noch zwei weitere Schilder sind aus Hückeswagen verschwunden, eins davon wurde an der A 1-Ausfahrt Schwelm/Langerfeld montiert. Das dritte Schild ist indes verschwunden. Ebenso ist unklar, wo jetzt die in Wuppertal demontierten Schilder sind.

Ein Hückeswagener Schild ist bereits wieder an seinem richtigen Platz. Aber „das Schild an der B7 noch nicht, da hierfür nicht das passende Ortseingangsschild auf Lager war“, erklärt Thorsten Wagner vom Ressort Straßen und Verkehr der Stadt Wuppertal. „Solange ist der falsche Ortseingang nach StVO besser als keiner.“ Das passende Schild ist bestellt, es kostet 120 Euro.

Er ist gar nicht amüsiert über die Tauschaktion: „Das eine ist der Diebstahl, das andere ist der Eingriff in die Verkehrssicherheit, denn hinter den Ortseingangsschildern stehen auch gesetzliche Vorgaben zur Höchstgeschwindigkeit und Parkverboten. Jedes mutwillige Verändern/Wegnehmen birgt also ein Folgerisiko.“ In Hückeswagen musste deshalb vorübergehend provisorisch ein Schild „Tempo 50“ aufgestellt werden.

Dass Verkehrsschilder demontiert werden, „kommt schon mal vor“, wie Polizeioberkommissarin Monika Treutler bestätigt. „Aber nicht gehäuft.“ Die Pressesprecherin der Polizeibehörde des Oberbergischen Kreises weist aber auch darauf hin, dass es kein „Kinderstreich“ ist. „Denn die Tat erfüllt den Sachbestand des Diebstahls und der Sachbeschädigung.“ Fälle, bei denen Ortseingangschilder erst entwendet und dann an einem anderen Ort wieder aufgetaucht sind, kennt die Kreispolizei-Sprecherin aus ihrer Praxis aber auch nicht.

Beide Städte haben Anzeige erstattet.