Sauberkeit in Wuppertal: „Jeder muss bei sich selbst anfangen“

Wupperputz : „Jeder muss bei sich selbst anfangen“

Am 30. März ist Wupperputz. Am WZ-Mobil wollten wir wissen, wie es um das Engagement der Wuppertaler für eine saubere Stadt aussieht.

Die Wupper bietet zuweilen ein buntes Bild – Autoreifen, Einkaufswagen und sogar ganze Motorblöcke finden sich dort. Am 30. März sind die Wuppertaler wieder im Einsatz, um den Fluss von allen möglichen Dingen zu befreien, die nicht dort hinein gehören. Mehr als 2000 Helfer haben sich bereits angesagt, was auch angesichts der steigenden Müllberge von rund 50  Tonnen in den vergangenen drei Jahren vonnöten ist, obwohl ein Putzteam des Jobcenters regelmäßig einzelne Wupperabschnitte reinigt.

Beim WZ Mobil wollten wir wissen, ob sich die Wuppertaler für ein sauberes Stadtbild engagieren. Christian Abraham war zu Beginn der Aktion Wupperputz an der Kluser Höhe dabei: „Ich bin froh, dass diese Initiative ins Leben gerufen wurde.“ Es sei traurig, dass Müll oft so unüberlegt entsorgt werde, zumal es genügend Müllkörbe gebe. Leon Bruchhausen beispielsweise begleitet die Gesamtschule Barmen: „Ich selbst bin nicht im Einsatz, leite aber die Schüler unserer Schule an, während des Wupperputzes Interviews mit den Helfern zu führen.“ Die Aktion finde er begrüßenswert. Auch Abdelkarim Bannour ist es wichtig, dass Wuppertal sauber ist: „Leider habe ich am Wochenende Schichtarbeit und kann nicht helfen. Aber den Wupperputz halte ich für eine sehr gute Sache.“

Roland Sorgenicht ist gebürtiger Wuppertaler und wird in Kürze auch wieder hier wohnen: „Erst einmal finde ich es traurig, dass man diese Initiative überhaupt haben muss, und man sollte schwerpunktmäßig die Menschen beteiligen, die den Müll verursachen. Darüber hinaus halte ich ein sauberes Stadtbild für ein hypothetisches Konstrukt.“ Nicolas Schelor findet es unmöglich, dass Menschen Müll auf die Straße werfen: „Da muss jeder bei sich selbst anfangen. Dann haben wir das Problem nicht.“ Sabine Erbler ist Sauberkeit ein Anliegen, für das sie auch ihre Kinder sensibilisiert: „Ich spreche manchmal Leute auf der Straße an, die ihren Müll einfach fallen lassen. Die Reaktionen sind teilweise recht aggressiv.“ Ihre Tochter engagiere sich bereits bei Fridays for future. Sie selbst überlege, ob sie am 30. März teilnehme.

Sergio Martiniv sagt, dass für die Gesundheit und ein besseres Stadtbild jeder aufgefordert sei, Müll an dafür vorgesehenen Orten zu entsorgen. Damaris Maas würde die Aktion auch unterstützen: „Was mich sehr stört, sind Hundeexkremente auf Spielplätzen und in den Parks. Da sollte man die Hundebesitzer zur Verantwortung ziehen und mehr Kontrollen durchführen.“ Ümmugülsün Gürbüz lebt seit knapp 40 Jahren in Wuppertal: „Natürlich ist es mir wichtig, dass die Stadt sauber ist. Wir vom Islamischen Kulturverein Friedrich-Ebert Straße machen jedes Jahr beim Wupperputz mit.“ Jeder solle bei sich anfangen und keinen Müll achtlos wegwerfen.

Rahel Tadesse entsorgt auch oft den Müll von anderen: „Ich mag es nicht, wenn überall Müll herum liegt und hebe, wenn ich etwas auf der Straße sehe, was nicht allzu eklig ist, auch auf.“ Rainer Börgener sagt: „Nicht nur in der Wupper, sondern auch in den Wäldern sehe ich immer wieder Autoreifen und Felgen. Da frage ich mich, was sich die Menschen dabei denken.“ Monika Höhborn hat immer eine Mülltüte dabei: „Ich sammle dann die Dinge auf, die achtlos weggeworfen wurden und die mich im Straßenbild stören. Für ein schöneres Stadtbild würde ich auch gerne Blumenkübel bepflanzen, doch das wurde mir untersagt.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung