Stadtentwicklung: Sanierungspläne: Poststraße in Aufbruchstimmung

Stadtentwicklung : Sanierungspläne: Poststraße in Aufbruchstimmung

Die Planungen können jetzt beginnen. Das freut auch Maria Lüning von WMF, das vor einem Jahr von der Herzogstraße wegzog.

Dass es mit der Poststraße vorangehen soll, dafür stehen zwei Menschen stellvertretend wie kaum jemand anderes. Nikolai Espenschied, Vorsitzender der Immobilien-Standort-Gemeinschaft Poststraße, und Maria Lüning, Filialleiterin der WMF-Niederlassung dort.

Espenschied steht den Immobilienbesitzern vor, die eine Million Euro in die Hand nehmen wollen, um die Häuser und Läden an der Straße aufzuwerten. Lüning führt den Laden, dessen Umzug von der Herzogstraße das Signal setzte, dass es wohl nichts wird mit dem FOC in der Bundesbahndirektion. Damit verbunden war großes Aufatmen unter den Händlern, und die Hoffnung, dass die Poststraße und Alte Freiheit ohne das Damoklesschwert FOC wieder Händler und Investoren anlocken.

Der Rat hat am Montag grünes Licht für die Umgestaltung der beiden Straßen zwischen Döppersberg und Kerstenplatz gegeben – inklusive 100 000 Euro für die Ausschreibungen der ersten Planungsleistungen. Die Arbeiten sind für 2021/22 vorgesehen. Und auch wenn die Details nicht feststehen, sind die ersten groben Ideen schon benannt. Die Eckdaten haben wir mit Espenschied und Lüning besprochen.

Die Innenstadt wird seit Jahren neu gepflastert, da sollen auch Alte Freiheit und Poststraße keine Ausnahme bilden. Maria Lüning sieht das als geboten an. Das Pflaster von 1987 ist „abgenutzt“, sagt sie. Die Stadt will das gleiche Pflaster wie am Döppersberg auftragen. Lüning findet vor allem gut, dass dann die kleinen Pflastersteine verschwunden sein sollten. Denn einzelne davon würden immer wieder aus dem Boden genommen. „Es ist gut, wenn die ersetzt werden.“

WMF-Leiterin: Umzug war
auch Umstellung

Generell sei es gut, wenn etwas passiert, sagt sie. Die Straße brauche Taten, um die Aufbruchstimmung aufrecht zu erhalten. Für sie sei der Umzug des Ladens eine Umstellung gewesen. Die Poststraße habe eine andere Kundschaft und eine andere Frequenz als die Herzogstraße. Die Leute gingen schneller vorbei, seien preisbewusster. Sie müsse andere Angebote machen, um sie anzulocken. Aber sie bereue den Umzug nicht. Die Nachbarschaft sei gut, die Gemeinschaft funktioniere. Und hier passiere etwas.

Am oberen Ende der Straße, neben den City Arkaden, gibt es einen Brunnen. Den hat schon die Bezirksvertretung für erhaltenswert erachtet. Das findet auch Nikolai Espenschied gut. „Aber der muss mit Leben gefüllt sein“, findet er. Also sprudeln. Und Aufenthaltsqualität bieten. Die Stadt will Sitzgelegenheiten schaffen, was auch Espenschied begrüßt. Die stehen auch im Konzept der ISG. So könnte vielleicht etwas Tempo aus der Straße genommen werden. Die Menschen zum Bleiben angehalten werden.

In der Poststraße weiter Richtung Kerstenplatz ist dafür aber zu wenig Platz. Auch für Bäume, einen kritischen Punkt jeder Planung.

Die Bäume an der Alten Freiheit will die Stadt erhalten; Espenschied ist da weniger pauschal. „Für uns von der ISG ist klar, dass wir uns von dem einen oder anderen Baum trennen wollen“, sagt er. Die Straße sei teilweise zu eng für die Bäume, die Passanten und etwa die Bestuhlung des Cafés draußen. Weniger Bäume würden da für Platz sorgen. Espenschied stellt sich eine aufgeräumtere Straße vor – da passt nicht jeder Baum hin. Wobei er betont, dass er auch Neupflanzungen ok fände, wenn die Bäume passten. „Wir müssen eben gemeinsame Lösungen finden.“

Das gilt auch für den Kerstenplatz. Die Stadt nimmt den erst einmal aus der Planung heraus, weil noch ein Konzept für Wall, Neumarkt und Kerstenplatz entstehen soll – unter Umständen mit veränderter Verkehrsführung entlang der Commerzbank. Für Espenschied ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sei ein besserer Durchgang in den Norden wichtig, andererseits lebe der Kerstenplatz von der Verbindung zum Neumarkt und der freien Sicht auf den Brunnen.

Bis dort aber etwas passiert, soll es 2024 oder später werden. Solange bleibt offen, was kommt – und die Umgestaltung der Achse Döppersberg - Neumarkt auch ein wenig unvollständig. Beide sind aber froh, dass überhaupt etwas passiert.