Wuppertal: Sanierung der Hauptschule Berghauser Straße ist nicht wirtschaftlich

Wuppertal : Sanierung der Hauptschule Berghauser Straße ist nicht wirtschaftlich

In der Bezirksvertretung sorgte der Zustand des Denkmals für Diskussionen.

Undichte Decken, ausgefallene Heizungen – der Zustand der ehemaligen Hauptschule an der Berghauser Straße 45 war das Aufregerthema bei der Februar-Sitzung der Bezirksvertretung Cronenberg. Für das Gebäudemanagement Wuppertal stand Dirk Baumer Rede und Antwort zum Bericht über das Schulhaus, das noch 2018 Tagungsort der Bezirksvertreter war. Alternativ fand die erste BV-Sitzung im neuen Jahr im Altenheim an der Herichhauser Straße statt.

Der Bericht geht von Modernisierungskosten in Höhe von 12 bis 14 Millionen Euro aus. Angesichts dieser Summe bezeichnet das GMW eine Sanierung des Gebäudes als „zurzeit unwirtschaftlich“. Um die Kosten zu decken, müsste es eine jährliche Miete von bis zu 840 000 Euro erwirtschaften. Auf Zukunftsperspektiven geht der Bericht am Rande ein. Zur „Nachfolgenutzung des Komplexes durch die Feuerwehr“ liege voraussichtlich im zweiten Jahresquartal eine Machbarkeitsstudie vor. Die Frage, ob auf dem Gelände hinter der Schule eine Rettungswache eingerichtet werden kann, bleibt also weiterhin offen.

Die BV-Mitglieder sparten nicht mit deutlichen Worten. Dass ein denkmalgeschütztes Gebäude verfalle, sei „aus Cronenberger Sicht extrem ärgerlich“, erklärte Oliver Wagner (SPD). „Ich bin unglaublich traurig und unglaublich sauer“, sagte Regina Orth (Grüne). „Mir drängt sich der Verdacht auf, dass man das Gebäude sträflich vernachlässigt hat. Dann kam das Starkregenereignis, und das hat ihm den Rest gegeben.“ Ihrem Fazit („Das Ding ist gelaufen.“) widersprachen mehrere Bürger, die zur BV-Sitzung gekommen waren.

Baumer versuchte die Wogen zu glätten. „Wir werden in diesem Jahr das Dach komplett erneuern.“ Diese Aufwendung in Höhe von zwei Millionen Euro werde selbstverständlich geleistet. Für die weitere Sanierung brauche es ein Konzept, das auf mindestens 20 Jahre angelegt ist. Der Idee, die Immobilie zu verkaufen, erteilte er eine Absage. „Es gibt so gut wie keinen Markt für Schulgebäude.“

Michael-Georg von Wenczowsky (CDU), stellvertretender Bezirksbürgermeister von Cronenberg, wurde grundsätzlich. Laut Gemeindeordnung habe das Gebäudemanagement die BV längst über den Gebäudezustand informieren müssen. Unzufrieden zeigte sich der CDU-Vertreter auch mit dem vorliegenden Bericht, dessen Darstellung er „nebulös und unklar“ nannte. Deshalb beantragte er im Namen seiner Fraktion Akteneinsicht. Überdies regte von Wenczowsky eine „Sonderprüfung“ durch den Stadtrat an.

Beisitzer Peter Vorsteher brachte einen Vorschlag zur künftigen Nutzung des Grundstücks ein. „Könnte das die letzte Fläche sein, wo wir eine Sporthalle hinsetzen können?“ Er meinte damit nicht die Turnhalle im Schulgebäude, in die zurzeit Wasser tropft. Vielmehr stellte er sich eine Halle für Jung und Alt vor, leicht zugänglich und barrierefrei.

Mit dieser Idee blieb Vorsteher jedoch in der Minderheit. „So tot ist das Gebäude noch nicht“, wandte von Wenczowsky ein. Beisitzer Paul Yves Ramette forderte alle Anwesenden auf, sich für den Erhalt der alten Schule einzusetzen. Das Engagement lohne sich, meinte Hartmut Kissing (Die Linke). Er zeigte sich überzeugt, „dass wir die Cronenberger hinter uns haben“.

Mehr von Westdeutsche Zeitung