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Sambatrasse in Wuppertal: Stadt stellt sich gegen Beleuchtung

Verkehr : Sambatrasse: Stadt stellt sich gegen Beleuchtung

Im Winter tappen Radfahrer schon früh im Dunkeln. SPD und Bürgerverein Küllenhahn sehen Nachholbedarf.

18 Uhr auf der Sambatrasse: Die Stadt ist noch lebendig, aber auf der ehemaligen Bahnstrecke hat man als Radfahrer das Gefühl, mitten in der Nacht im Wald zu stehen. Die Sambatrasse ist seit ihrer Eröffnung 2007 nicht beleuchtet. Die SPD in Cronenberg wollte das jetzt ändern - und ist damit gescheitert.

Renate Blaustein „walkt“ mittags mit Stöcken über die Sambatrasse. In den Abendstunden meidet sie die Trasse. „Im Dunkeln gehe ich hier definitiv nicht lang“, sagt sie. Dabei gebe es viele Menschen, die auch im Winter noch gerne abends auf der Trasse unterwegs wären. Das bestätigt Michael Ludwig vom Bürgerverein Küllenhahn. „Im Sommer gibt es viele Jogger und Laufgruppen auf der Sambatrasse“, sagt er. Im Winter schrecke die Dunkelheit die meisten ab.

In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Cronenberg brachte die SPD das Thema mit einem Antrag auf die Tagesordnung. „Während andere Radwege in Wuppertal selbstverständlich beleuchtet werden, fahren die Radfahrer in Cronenberg sprichwörtlich im Dunkeln“, sagt Fraktionssprecher Hans-Peter Abé. Die Sozialdemokraten wollten die Verwaltung darum bitten, zu prüfen, ob sich eine Beleuchtung über Fördergelder finanzieren lasse. Abé berichtet: Der Wunsch nach der Beleuchtung sei an die SPD herangetragen worden.

Doch das Vorhaben wurde nicht nur von der Stadt abgelehnt - auch die anderen Fraktionen in der BV hatten Vorbehalte und stimmten mehrheitlich  gegen den Antrag. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael von Wenczowsky (CDU) sagt: „Wer eine LED-Beleuchtung am Rad hat, hat eigentlich genügend Licht.“ Die Sambatrasse sei eben ein Waldweg, der aus Rücksicht auf die Wildtiere nicht beleuchtet werde.

Ähnlich argumentiert die Stadt. „Die Natur soll nicht durch das Licht irritiert werden“, sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Ein weiteres Gegenargument stelle neben den Kosten auch die Tatsache dar, dass es auf den entlegenen Wegen der Trasse überhaupt nicht flächendeckend Stromanschlüsse gebe. Die müssten erst neu verlegt werden.

Einige Trassennutzer können diese Argumente nachvollziehen. Radfahrerin Sabine Dietrich sagt: „Wir haben genug Lichtverschmutzung in der Stadt. Ich finde es gut, im Dunkeln über die Trasse zu fahren.“ Der Küllenhahnerin gehe es dabei auch um die Natur. Und: Ihr reiche das Licht ihres Rades vollkommen aus, um auch im Stockdunkeln gut über die Trasse zu kommen.

Bürgerverein schlägt vor,
nur ein Teilstück zu beleuchten

Bürgervereinsvorsitzender Michael Ludwig kann es nachvollziehen, dass beispielsweise der Abschnitt durch das Burgholz nicht beleuchtet sein muss. Doch Ludwig schlägt vor: „Warum kann man nicht wenigstens die Strecke zwischen dem Küllenhahner Bahnhof und dem Zugang Neuenhof mit Lampen ausstatten?“ Er wisse, dass es auf diesem Stück aktive Läufer gebe, die ganzjährigen Bedarf haben.

Doch Stadtsprecherin Martina Eckermann macht deutlich, dass die Verwaltung von einer Licht-Lösung für die Sambatrasse „dringend abrät“. Diese habe sowieso mehr einen „Freizeitcharakter“. Genau das wollte die SPD mit ihrem Antrag eigentlich ändern, „damit die Sambatrasse auch jenseits des Freizeitverkehrs an Bedeutung gewinnen kann“.